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Bundesrat muss selber über flankierende Massnahmen entscheiden Bern - Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich nicht über die Verstärkung der flankierenden Massnahmen einigen. Die vom Bundesrat eingesetzte Arbeitsgruppe hat die heisse Kartoffel zurückgegeben. Nun muss die Regierung selber entscheiden, wie es weitergeht. Fortsetzung


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«Star Wars» führt zu Rekordquartal Berlin/Bangalore - Der jüngste Teil der «Star Wars»-Saga hat dem Walt-Disney -Konzern ein Rekordquartal beschert. Der Gewinn sei im Weihnachtsquartal um 32 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das US-Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss mit. Fortsetzung


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Bulgarien schlägt Irina Bokova als UNO-Generalsekräterin vor Sofia - Bulgarien hat die Generaldirektorin der UNO-Kulturorganisation UNESCO, Irina Bokova, offiziell als neue UNO-Generalsekretärin vorgeschlagen. Das Aussenministerium schickte nach eigenen Angaben einen entsprechenden Brief an die Vereinten Nationen. Fortsetzung


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Dortmund und Bremen erste Halbfinalisten Borussia Dortmund setzt sich in den Viertelfinals des deutschen Cups beim VfB Stuttgart 3:1 durch. Mit dem gleichen Resultat schaltet Werder Bremen Bayer Leverkusen aus. Fortsetzung



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Trump und Sanders auch in New Hampshire Favoriten

Concord - Die zweiten Vorwahlen unter den US-Präsidentschaftsbewerbern hat die erwarteten Sieger hervorgebracht: Bei den Republikanern gewann der umstrittene Unternehmer Donald Trump, bei den Demokraten der linke Senator Bernie Sanders. Beide waren haushohe Favoriten.

kris / Quelle: sda / Mittwoch, 10. Februar 2016 / 06:14 h

Der Sieg der beiden war schon unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale am Dienstagabend (Ortszeit) auf den US-Fernsehsendern verkündet worden. Beide gelten als Aussenseiter in ihren Parteien und ihre Siege werden deshalb auch als Zeichen des Unmuts gegen die Parteieliten gewertet. Nach Auszählung von gut zwei Drittel der Stimmbezirke kam der linke Senator Sanders bei der Vorwahl der Demokraten auf fast 60 Prozent. Die frühere Aussenministerin Hillary Clinton, die den Vorwahlauftakt vor einer Woche in Iowa noch hauchdünn für sich entschieden hatte, lag bei rund 39 Prozent.

Kasich starker Zweiter

Bei den Republikanern holte Trump den Teilergebnissen zufolge gut 34 Prozent. Überraschend stark schnitt Ohios Gouverneur John Kasich ab, der mit 16 Prozent den zweiten Platz ansteuerte. Kasich präsentiert sich als gemässigter Konservativer, der die Staatsfinanzen sanieren und die Gräben zwischen den politischen Lagern in Washington zuschütten möchte.

Um den dritten Platz rangen der erzkonservative Senator Ted Cruz mit 11,5 Prozent und Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush mit 11,2 Prozent. Cruz hatte vor einer Woche die erste Vorwahl gewonnen. Die Wählerschaft in New Hampshire gilt allerdings als weniger konservativ als in Iowa. Vor allem die evangelikalen Christen, unter denen Cruz viele Unterstützer hat, spielen hier eine geringere Rolle.

Der Senator Marco Rubio lag den Teilergebnissen zufolge bei rund zehn Prozent und musste damit einen Rückschlag hinnehmen. In Iowa hatte Rubio mit gut 23 Prozent noch den dritten Platz belegt.

New Jerseys Gouverneur Chris Christie holte in New Hampshire knapp acht Prozent, die Ex-Managerin Carly Fiorina gut vier Prozent und der frühere Neurochirurg Ben Carson etwa zwei Prozent.

Aufruf zu «politischer Revolution»

«Es ist einfach zu spät für die gleiche alte Establishment-Politik und Establishment-Wirtschaft», sagte Sanders in seiner Siegesrede. «Die Leute wollen echte Veränderungen.»

Der 74-jährige selbsterklärte «demokratische Sozialist» kommt mit seiner Forderung nach einer gerechteren Einkommensverteilung vor allem bei jungen Wählern gut an. Angesichts des Einflusses reicher Wahlkampfspender in den USA will Sanders eine «politische Revolution» erreichen, um die Demokratie wieder in die Hände der Bevölkerung zu legen, wie er sagt.

Kämpferische Clinton

Clinton räumte ihre Niederlage ein und sieht ihren Favoritenstatus zunehmend bröckeln. «Ich weiss, ich habe einiges zu tun, vor allem bei jungen Menschen», sagte die ehemalige First Lady und gab sich kämpferisch: «Jetzt werden wir diese Kampagne in das ganze Land tragen. Wir werden um jede Stimme in jedem Bundesstaat kämpfen.»

Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook richtete den Blick auf die nächsten Vorwahlen in South Carolina und in Nevada. Ausserdem werde im März in einer Reihe von weniger ländlich geprägten Bundesstaaten abgestimmt, die stärker die «Vielfältigkeit» der Demokratischen Partei widerspiegeln. «Die Nominierung wird sehr wahrscheinlich im März gewonnen werden, nicht im Februar», erklärte Mook.

Enttäuschter Rubio

Trump zeigte in New Hampshire anders als in Iowa, dass er seinen Vorsprung in Umfragen auch in einen Wahlsieg ummünzen kann. «Wow, so schön», sagte er vor seinen Anhängern. «Wir werden Amerika wieder so grossartig machen, vielleicht grossartiger als je zuvor.» Der Immobilientycoon bekräftigte seinen Plan, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen.

Marco Rubio, der in Iowa als Dritter überrascht hatte, zeigte sich von seinem Abschneiden enttäuscht. Er führte seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei einer Fernsehdebatte mit seinen republikanischen Mitbewerbern zurück. «Das wird mir nicht noch einmal passieren», sagte er.

Beide Parteien befinden in allen 50 Bundesstaaten über ihre Kandidaten, die im Juli offiziell gekürt werden. Die Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt. Präsident Barack Obama von den Demokraten darf nach zwei Amtsperioden nicht erneut antreten.


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«Underdogs» dominieren TV-Debatte der Republikaner


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«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung



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Die Guggenmusigen bliesen in Luzern dem Hudelwetter den Marsch Luzern - Mit dem Monstercorso von rund 80 Guggenmusigen ist am Dienstagabend die Luzerner Fasnacht in die Endphase getreten. Wegen des Hudelwetters verfolgten nur 8000 Personen den Marsch der prächtig maskierten, wild trommelnden und Gassenhauer schmetternden Musikformationen. Fortsetzung


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Endlich: SMS versenden mit Outlook 2007/2010 St. Gallen - Das mühsame Getippe ist vorbei. Als erster Schweizer Anbieter stellt ASPSMS.COM eine Anbindung an den Mobile Service von Microsofts Outlook 2007/2010 zur Verfügung. Ohne zusätzliche Software können SMS bequem via Outlook 2007/2010 versendet werden – und das auch noch günstiger als mit dem Handy. Fortsetzung

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Radiolino - Grosses Radio für kleine Ohren Radiolino ist das erste deutschsprachige Web-Radio der Schweiz für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren. Das Programm richtet sich aber auch an Eltern, Grosseltern, Onkeln und Tanten, sprich an die ganze Familie. Fortsetzung


Kolumne
Hassen in der Blase

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Die Hysterie und Aggressivität, mit der derzeit Debatten ausgetragen und aus Irritationen Probleme, aus Problemen Krisen und aus Krisen Katastrophen gemacht werden, ohne dass die Vernunft auch nur einen Fuss in die Türe bekommt, ist erschreckend. Doch woran liegt das wohl? Der Autor gibt Facebook die Schuld. Es ist in, komplexen Problemen eine einzige Ursache und auch eine einzige, möglichst simple Lösung zuzuschreiben. Und da es sich einem Autor von Kolumnen nicht geziemt, aktuelle Trends zu ignorieren, muss er diesen wohl auch folgen. Und die Diskussion über die Timeline von Facebook kommt gerade recht. Facebook kündete Anfang Februar an, seine Timeline mehr dem anzupassen, was seine Benützer 'liken', am liebsten konsumieren, offensichtlich wichtig finden und weiter verbreiten. Solange es dabei nur um Katzen-Content, Babybilder und Party-Videos ginge, wäre das ja egal. Aber Facebook hat sich für viele Internetbenützer zu einer Art Ersatz-News-Portal entwickelt, auf dem sie sich darüber informieren, was alles so in der Welt passiert. Einem nicht ganz im Koma befindlichen Leser dürften jetzt schon kalte Schauer den Rücken hinunter rieseln, denn bei den verlinkten Inhalten handelt es sich meistens um Meldungen und Ansichten, die am ehesten den eigenen entsprechen und diese so weiter verstärken. Das Internet ist voller Schwachsinn von behämmerter Impfkritik bis zu bescheuerten Neonazi- und Islamistenseiten. Doch nicht alle radikalen und einseitigen Inhalte sind so problemlos von weitem zu erkennen, vor allem wenn sie mit angeblichen Fakten bestückt sind, die zu überprüfen aber zu mühsam wäre. Denn das ist ja Facebook, oder? Abweichende Informationen werden hingegen ignoriert und in der Folge vom Timeline-Algorithmus ausgeblendet. Dafür wird umso mehr von dem vorgeschlagen, was gerade mit einem 'Daumen-Rauf' markiert und geteilt wurde. Wie gesagt: Bei Kätzchen vs. Welpen ist das ja egal. Aber wenn es um politische Themen geht, wird es problematisch. Sobald sich eine sogenannte Filter-Blase bildet, in der sich womöglich hunderttausende von Personen befinden, die sich gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen, Neuigkeiten nicht aufgrund von deren Wahrheitsgehalt und Vertrauenswürdigkeit teilen, sondern weil sie ihren Vorstellungen entsprechen und durch den Timeline-Filter vor abweichenden Fakten und Meinungen isoliert werden, wird die Saat zur Radikalisierung im (a)sozialen Netzwerk gestreut. Jeder liebt es, bestätigt zu werden und glaubt die eigenen Meinungen eher als andere. Doch bis vor kurzem war die normale Presse noch wirksam als Korrekturmechanismus dieses sogenannten 'kognitiven Bias' und dort präsentierte Fakten brachten Menschen dazu, ihre Ansichten etwas zu hinterfragen oder gar zu korrigieren. Doch das ist jetzt vorbei. Stattdessen wird das 'Lügenpresse - halt die Fresse'-Geschrei zum Standard im Diskurs um drängende Probleme. Realität hat nur noch Platz, wenn sie durch die immer fester zementierten (und täglich von Facebook-Freunden) bestätigte Schablonen passt. Spielte sich das ganze nur im Containment von Facebook ab, wäre es das eine. Doch der Wahnsinn schwappt in die Realität über. Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr impfen, 'besorgte Bürger' werfen Brandsätze auf Flüchtlingsunterkünfte, frustrierte und verunsicherte Immigrantenkinder schliessen sich islamistischen Gruppen an und hauen als Selbstmordattentäter nach Syrien ab. Gemein ist all diesen radikalisierten Menschen, dass Sie in einer eigenen Realität leben, und sich durch alternative Ansichten und Einsprüchen gegenüber dieser so bedroht fühlen, dass sie nicht mehr zu einer Diskussion in der Lage sind, sondern fast nur noch mit verbaler oder tatsächlicher Gewalt reagieren können. Solche (als Selbstverteidigung wahrgenommene) Angriffe werden in der Folge auch nicht von den Gruppengenossen verurteilt, sondern sogar noch gelobt und zur Nachahmung empfohlen. Anfangs werden Verletzte, dann bald mal Tote in Kauf genommen, später gebilligt, zuletzt gewünscht. Islamisten sind da das aktuelle Musterbeispiel. Doch man soll sich nichts einbilden: Die Fähigkeit, andere Menschen-Gruppen zu entmenschlichen und so zum Freiwild für Verfolgung, Enteignung und Ermordung zu machen, wohnt sehr vielen von uns inne und mit ausreichend Bestätigung gelingt uns das erschreckend gut auch in der Realität umzusetzen. Verhöhnung ertrunkener Flüchtlinge oder von Terroropfern ist auf dem gleichen Niveau angesiedelt. Gleichgeschaltete (Des-)Information ist für einen solchen moralischen Absturz instrumental. Nazis und auch die Kommunisten beherrschten das zum Beispiel perfekt und entwickelten dafür ein aufwendiges und ausgeklügeltes Propaganda-System mit strenger Zensur und gleichgeschalteter Presse. Doch heutzutage ist das gar nicht mehr nötig. Die Radikalisierung findet nun nämlich ganz einfach und freiwillig in der Filter-Blase der (a)sozialen Netzwerke statt. Die Töne werden dabei immer schriller, der Ton aggressiver und aggressiver und die Menschenverachtung in FB-Gruppen und Kommentarspalten zum applaudierten Standardrepertoire, wo auch schon der nächste Bürger- oder echte Krieg herbeigeklickt wird. Egal ob PEGIDA, Trump oder ISIS: Eine Radikalisierung in dieser Breite in eigentlich offenen Gesellschaften ist ohne die (a)sozialen Netzwerke - allen voran Facebook - fast unvorstellbar. Der Algorithmus wird unterdessen weiter so getunt, so dass sich jeder noch ungestörter in seinem Hass und in seiner Angst bestätigt fühlen kann. Und ja, liken sie doch bitte die Kolumne, wenn sie ihnen gefällt. Auch Autoren brauchen eine Blase, um darin zu leben.  

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