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Nepal: Fast 1200 Tote

Kathmandu - Schwere Zerstörungen und hunderte Opfer hat ein schweres Erdbeben im Himalaya-Staat Nepal hinterlassen: Bei dem Beben der Stärke 7,8 kamen landesweit mindestens 1170 Menschen ums Leben.

nir / Quelle: sda / Samstag, 25. April 2015 / 19:11 h

Das teilte die Polizei am Samstagabend mit. Auch aus Nordindien wurden Dutzende Opfer gemeldet. Ein Polizeisprecher sagte, aus allen Regionen Nepals mit Ausnahme des äussersten Westens seien Opfer gemeldet worden. Die Sicherheitskräfte seien mobilisiert worden, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und die Bedürftigen zu unterstützen. Über die betroffenen Gebiete wurde der Notstand ausgerufen.

Die Kommunikation mit den entlegeneren Regionen des gebirgigen Landes war so schwierig, dass Informationen über die Lage nach dem Erdbeben erst allmählich in Kathmandu eintrafen.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte Nepal und Teile Indiens zur Mittagszeit erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum des Bebens rund 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu. Die Erdstösse dauerten zwischen einer halben Minute und zwei Minuten.

Trümmerbeseitigung mit blosser Hand

Wie Augenzeugen berichteten, stürzten Bewohner der Hauptstadt nach Beginn des Bebens ins Freie, während mehrere Häuser einbrachen. Auch der Dharhara-Turm aus dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Altstadt stürzte ein, weitere historische Gebäude wurden schwer beschädigt.

Der internationale Flughafen von Kathmandu wurde wegen Schäden vorübergehend geschlossen. Die Rettungsarbeiten in der Hauptstadt wurden durch den Zusammenbruch der Kommunikationsleitungen behindert. Bewohner bildeten Menschenketten, um für die Hilfsfahrzeuge die Trümmer von den Strassen zu räumen.

Eine indische Touristin berichtete, wie sie dabei geholfen habe, Verletzte zu den Krankenwagen zu bringen und die Toten für den Abtransport zu bergen. "Wir sind gezwungen, die Leichen übereinanderzustapeln, damit sie hineinpassen", sagte sie.

Basislager am Mount Everest verschüttet

Das Beben löste am Mount Everest Lawinen aus. Eine davon begrub Teile des Basislagers unter sich, wo zum Start der Klettersaison etwa 1000 Bergsteiger versammelt sind. Ein Vertreter der Tourismusbehörde sprach von mindestens zehn Toten, unter ihnen ausländische Bergsteiger.

Ein Kletterer aus Rumänien, Alex Gavan, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, es gebe "viele Tote", es sei eine "Riesenkatastrophe". Sollte nicht bald Hilfe per Helikopter kommen, würden noch mehr Menschen sterben.

Andere Bergsteiger berichteten über Twitter, sie seien während des Bebens aus ihren Zelten gestürmt und um ihr Leben gerannt. Kollegen seien eingeschlossen worden. "Bitte betet für alle", schrieb einer.

Ein Behördenvertreter erklärte, Hilfe sei unterwegs, aber wegen heftigen Schneefalls könnten die Helikopter die Kletterer nicht erreichen. In der gebirgigen Region gibt es immer wieder schwere Erdbeben. Im Jahr 2011 kamen bei einem Beben der Stärke 6,9 im Nordwesten Indiens und in Nepal 110 Menschen ums Leben.

Tote auch in Nordindien

Auch am Samstag waren die Erdstösse in Nordindien und Bangladesch zu spüren, so in der Hauptstadt Dhaka, wo die Menschen teilweise in Panik auf die Strasse stürzten. Medienberichten zufolge wurden in einer Textilfabrik am Rande von Dhaka 50 Arbeiter verletzt, als sie ins Freie drängten.

Auch in Neu Delhi bebte die Erde. Indiens Behörde für Meteorologie teilte mit, das Beben sei besonders in den nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar, Sikkim und West Bengal zu spüren gewesen. Demnach wurde rund 20 Minuten nach dem ersten Beben ein zweiter Erdstoss der Stärke 6,6 registriert. In Nordindien wurden insgesamt 26 Tote gemeldet, darunter 17 in Bihar. Zwei weitere Tote gab es laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Tibet.


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Die Funktion von Beiden ist es, den herrschenden Machtverhältnissen, die weltweit und überall ein Melange aus alten Männerfantasien und den daraus realexistierenden Herrschaften sind, zu dienen. Margret Atwood hat dies schon vor 30 Jahren in ihrem «Der Report der Magd» auf den Punkt gebracht, doch darüber mag niemand so wirklich sprechen. Und schon gar nicht in Talkshows. Reden geht nur dann, wenn irgendeine junge Frau wieder einmal den Feminismus hasst, eine mittelalterliche Frau meint, sie hätte die Quote nie gebraucht und eine alte Frau posaunt, ihr hätte ihr Frau sein nie geschadet. Subjektivität, Freiheit, Wille, Unabhängigkeit, Mensch sein, Stärke, Ausdruck, Inspiration, Grösse können Frauen, wenn überhaupt, nur in denkenden, schreibenden und künstlerischen Berufen und Positionen ausleben. Sobald wirkliche gesellschaftliche Macht ins Spiel kommt, verwandeln sich Frauen ins «Cool Girl» - siehe die geniale Beschreibung der Thrillerautorin Gillian Flynn. Hier übersetze ich eine der wichtigsten Passagen (kein Spoileralert, da es sich um eine Denkübung innerhalb des Buches handelt) aus dem amerikanischen Original, da mir die offizielle deutsche Übersetzung nicht gefällt: «Sie ist das 'coole' Mädchen. Das grösste Kompliment, das eine Frau je kriegen kann. Wer möchte schon nicht cool sein? Cool Girl ist heiss, brillant, witzig, liebt Fussball, Poker, dreckige Witze und rülpsen. Cool Girl liebt Videospiele, trinkt billiges Bier, liebt Dreier, Analsex, führt sich Hotdogs und Hamburgers rein als wären diese die kulinarische Gangbang in ihrem Mund und trägt trotz dem Food höchstens Grösse 34. Weil: Cool Girl ist heiss. Heiss und verständnisvoll. Cool Girl wird nie wütend, macht nie Vorwürfe. Cool Girl lächelt und versteht die Männer und lässt die Männer all das tun, was sie wollen. Auf mit Dir Junge, scheiss auf mich - ist ok, ich bin das Cool Girl.» Um den Preis des «Dazugehörens» opfern Frauen viel. Meist sich selber. Viele Männer und Frauen glauben tatsächlich, dass es dieses Cool Girl gibt. Die realexistierende Welt gibt ihnen auf den ersten Blick recht. Soviele Frauen tun alles, nur um das zu sein, was Männer wollen. Müssen Männer für ihre gesellschaftliche Position arbeiten, arbeiten Frauen «an sich». Wenn ich «Männer» sage, dann meine ich übrigens nicht das Geschlecht, sondern deren Herrschaftsposition, deren viele Vertreter in allen einflussreichen Berufen, deren Komplizität untereinander und deren Unbehagen (egal welche politische Richtung sie vertreten/angehören) gegenüber Frauen, die selbständig sind. «Reiz des Bösen - was finden diese Mädchen in der IS-Hölle?» fragte Bild im Hinblick auf die «Groupies des Grauens». Ausgerechnet Frauen aus dem «freien» Westen entscheiden sich freiwillig für die Sklavenhaltung der IS! Dabei ist dies so einfach wie klar. Vor gesellschaftliche Verhältnisse gestellt, die keine wirkliche Alternative zum eigenen Sein darstellen, wählen gerade weibliche Teenager den Weg zur Unfreiheit (männliche Teenager übrigens auch).... schliesslich: unter der Burka ist frau nie zu dick (Ironiedetektor einschalten)! Vor gesellschaftliche Verhältnisse gestellt, die die Menschwerdung oder das Mensch sein der Frauen sehr erschwert, begeben sich viele Frauen im Westen auch in unsägliche Verhältnisse. Sie hungern sich zu Tode, fressen sich einsam, botoxen sich ins Elend, schmeissen Pillen gegen ihre Not, tingeln durch Talkshows und und und und. Eben: Lieber zwangsverheiratet als bei Tinder weggewischt. Wie meint Gillian Flynn? «Alle Frauen wollen Cool Girl sein.» Cool Girl hat einen Fremdgänger? Sie lächelt überlegen und lädt seine neue Flamme einfach grad mit zu sich nach Hause ein. Der Typ liebt coole Businessfrauen? Cool Girl wirbt im hübschen Kostümchen für die Quote. Er lebt vegan? Cool Girl zitiert nur noch aus «Tiere essen». Er kennt alle Sexspielzeuge? Cool Girl bestellt sofort auf gadgetsporn. Nun also: Ein fiktiver Ehemann und ein Heiliger Krieg ruft? Cool Girl wirft sich in die Burka. Spannend ist, dass alle denken, nur weil es die Cool Girls (Frauen können alles) überall in Werbung, Film, Kunst und mehr und mehr auch in der Politik gibt, sie tatsächlich existieren. Die Cool Girl-Fassade ist so omnipräsent, dass sie nur selten abbröckelt. Seit Sex and the City feministischfrenetisch gefeiert wird, seit 50 Shades of Grey millionenfach die Schlafzimmer aller Frauen erobert hat, müssten wir es aber alle besser wissen. Cool Girl gibt es nicht gratis. Es ist das Produkt jahrelanger, harter, selbstvernichtender neoliberaler Sklavenarbeit von Mädchen und Frauen an sich selber. 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