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Zürich-Oerlikon: Grosser Rummel um spektakuläre Häuserverschiebung

Zürich - Beim Bahnhof Zürich-Oerlikon steht heute die grösste Zügelaktion an, die es in der Schweiz je gegeben hat. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) wird entlang den Gleisen um 60 Meter an einen neuen Standort verschoben.

fest / Quelle: sda / Montag, 21. Mai 2012 / 18:42 h

Nach monatelangen Vorbereitungen werden Spezialisten das markante Backsteingebäude um 11 Uhr auf sechs Stahlschienen auf die Reise schicken. Am späten Mittwochnachmittag soll der 80 Meter lange, 12 Meter breite und 6200 Tonnen schwere Koloss am neuen Standort ankommen. Ein solch grosses Gebäude wurde in der Schweiz noch nie verschoben. Vorangetrieben wird das auf Stahlträgern abgestützte Gebäude von zwei Hydraulikpressen. Zwei weitere stehen für allfällige Richtungskorrekturen bereit. Gleiten wird das Gebäude auf 500 Stahlrollen mit durchschnittlich 4 Metern pro Stunde. Nach jeweils 60 Zentimetern müssen die Hydraulikpumpen neu platziert werden. Verläuft alles planmässig, soll die Aktion innerhalb von 15 Stunden abgeschlossen sein.

Ingenieure sind zuversichtlich

Verantwortlich für die Verschiebung zeichnet die Iten AG, eine kleine Spezialfirma aus dem zugerischen Morgarten, die auf diesem Gebiet grosse Erfahrungen hat. Das Unternehmen von Ingenieur Peter Iten hat in den vergangenen 60 Jahren rund 400 Häuser, Brücken und andere Objekte verschoben. Das grösste bisher verschobene Gebäude war die Kirche St. Blaise am Neuenburgersee mit einer Länge von 40 Metern. Das MFO-Gebäude ist doppelt so lang. Die Verschiebung in Längsrichtung berge bei einem solch langen Gebäude Risiken bezüglich allfälliger Senkungen, sagte Iten. Es sei aber «alles Erdenkliche» vorgekehrt worden, dass das Gebäude heil am neuen Standort ankommen werde.

Grosser Medienrummel

Die spektakuläre Verschiebung hat einen riesigen Rummel ausgelöst. Das Schweizer Fernsehen überträgt die Aktion auf SF zwei live. Neben zehn Kameras wird auch eine Drohne eingesetzt, die Bilder aus der Luft in die Stuben bringt. Auch im Internet kann die Verschiebung in einem Live-Stream jederzeit mitverfolgt werden. Das Direktionsgebäude der MFO gilt als letzter Zeuge der Industrie des 19. Jahrhunderts in Oerlikon. Es wurde 1889 als Verwaltungssitz der MFO gebaut. Das Unternehmen produzierte ab 1876 vor allem Werkzeuge, Maschinen, Waffen und Elektrolokomotiven. 1967 wurde die MFO von der BBC, der heutigen ABB, übernommen. Platz machen muss das 123-jährige Gebäude zwei neuen Gleisen der Zürcher Durchmesserlinie. Lange Zeit sah es nach einem Abbruch aus. Erst als sich die Bevölkerung zur Wehr setzte, konnten sich nach langem Hin und Her SBB, ABB und Swiss Prime Site (SPS), die neue Besitzerin des Gebäudes, auf eine Verschiebung einigen. Den grössten Teil der Kosten von rund 11 Millionen Franken trägt die SPS.

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Alternativen für Griechenland

Patrik Etschmayer

Nach dem Wahldebakel in Griechenland und den daraus resultierenden Neuwahlen fragt sich die Welt, wie es mit dem sprichwörtlich «kranken Mann am Bosporus» weiter gehen kann, wobei abseits vom allseits bekannten Diskurs erstaunliche und vielversprechende Lösungen vorgebracht werden. Dabei wird die Sache von unterschiedlichen Ländern ganz verschieden betrachtet. In einer Art Hinterzimmer-Koalition haben zum Beispiel deutsche Politiker verschiedenster Couleur ein Szenario mit Griechenland als neuem Energiezentrum Europas erarbeitet. Das Ziel sei, die Deutschen Atomkraftwerke, die ja bereits während der nächsten zehn Jahren stillgelegt werden sollen, in Griechenland wieder aufzubauen. «Damit schaffen wir hier die Energiewende und die Griechen haben endlich wieder eine funktionierende Industrie! Die Griechen würden uns den Strom verkaufen und mit dem Ertrag das Leasing der AKW's finanzieren!» meinte ein anonym bleiben wollender FDP-Abgeordneter. Auf den Hinweis, dass Griechenland in einer notorisch berüchtigten Erdbebenzone liegt, meinte dieser, das sei eigentlich egal, denn die Kraftwerke seien ja ohnehin abgeschrieben. Und die Schweiz sei natürlich willkommen auch ihren alten AKW's in der Ägäis einen zweiten Frühling zu bescheren. «Je mehr da mitmachen, desto besser!» Ein alternativer Vorschlag kommt aus Bankenkreisen. Ein Spezialist für strukturierte Produkte von der Deutschen Bank schlug vor, die Schulden von Griechenland in solche Papiere zu verpacken und diese den Banken und Pensionskassen der Griechen im Austausch gegen ihre dortigen Guthaben zu übergeben. «Auf diese Weise würden die Griechen von ihren eigenen Schulden leben. Es wäre sozusagen ein finanzielles Perpetuum Mobile, verstehen Sie? Sobald sie die Schulden bei sich bezahlen, bekommen sie auch wieder Geld, mit dem sie die Schulden bezahlen können. Und von den Zinsen leben sie!» Doch nicht nur Banken und Politiker wollen Griechenland umfunktionieren, auch Pharmafirmen sehen eine Chance und zwar im Humankapital, das Griechenland bietet. «Nein, nein,» wehrt der Chef einer Entwicklungsabteilung eines Chemiegiganten auf nähere Nachfrage ab, «wir sind nicht an den Griechen als Mitarbeiter interessiert, sondern als Versuchspersonen. Immerhin gibt es in etwa 10 Millionen Griechen und diese wären der ideale Grundstock für die grossen Arzneifirmen der Welt, um neue Medikamente zu testen, ohne lange nach Versuchspersonen suchen zu müssen. Wir würden die Griechen von den Gläubigern mieten - und auch die Griechen selbst würden profitieren. Statt unter einem versagenden Gesundheitssystem zu leiden, würden sie in Zukunft sogar gegen Krankheiten behandelt werden, die sie gar nicht haben!» China unterdessen bestreitet seine angebliche Absicht, Griechenland zu kaufen. Ein Sprecher der KP China meinte dazu, dass es sicher sehr reizvoll wäre, eine Provinz in Europa zu besitzen, aber die damit einhergehenden Risiken seien vor allem politisch zu gross: «Solange diese Linksextremen der Syriza-Partei so stark sind und deren Chef Tsipras auf kommunistischen Revolutionär macht, lassen wir die Finger davon! Wir haben schon einmal schlechte Erfahrungen mit radikalen Kommunisten gemacht. Ein zweites mal brauchen wir das nun echt nicht!»

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