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Merkel drängt Liechtenstein zu härterer Gangart

Berlin - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von Liechtenstein wegen der Steueraffäre weitere Anstrengungen zu mehr Transparenz im Finanzsektor verlangt.

rr / Quelle: sda / Mittwoch, 20. Februar 2008 / 16:46 h

Liechtensteins Regierungschef Otmar Hasler sagte nach einem Treffen mit Merkel in Berlin, sein Land sei bereit, ein Betrugsbekämpfungsabkommen zu schliessen. «Wir wünschen uns und erwarten, dass diese Verhandlungen auch zügig geführt werden und wir hier zu einem Abschluss kommen», sagte die Bundeskanzlerin. Sie rief Liechtenstein darüber hinaus dazu auf, die EU-Geldwäscherei-Richtlinie schnellstmöglich umzusetzen. «Auch das wäre ein Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz.» Ausserdem müsse Liechtenstein die Bemühungen der OECD gegen Steuerbetrug unterstützen. Deutschland erwarte von Liechtenstein auch eine Kooperation bei der Rechtshilfe.

Besuch im Schatten des Skandals

Merkel betonte, dass die Bürger der Bundesrepublik ihrer Steuerpflicht nachkommen müssten.



Angela Merkel fordert Liechtenstein dazu auf, die EU-Geldwäscherei-Richtlinie schnellstmöglich umzusetzen. /

Andererseits fände es die Bundesregierung nicht gut, wenn von den Banken in Liechtenstein «gewisse Animationen» ausgingen, die Steuerhinterziehung begünstigten. Hasler bemüht sich um Entspannung in der Steueraffäre. Die Beziehungen seien sonst gut, sagte Hasler vor dem Treffen mit Merkel. Der bereits lange geplante Besuch steht im Schatten des Skandals um die Steuerflucht reicher Deutscher nach Liechtenstein.

Kritik aus Liechtenstein

Liechtensteins Staatschef, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, hatte Deutschland am Dienstag einen Angriff auf sein Land vorgeworfen. Auch Liechtensteins Vize-Regierungschef und Justizminister Klaus Tschütscher hat mit Befremden auf die Kritik aus Deutschland reagiert. Die Vorwürfe seien «nicht wahnsinnig gut angekommen», sagte er vor den Medien in Vaduz.

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