Mehrmals sei 2007 beobachtet worden, dass oft minderjährige Nigerianerinnen am Flughafen Genf einreisten und einen Asylantrag stellten, schreibt das Bundesamt für Polizei in seinem Jahresbericht. Noch vor Erreichen der Asylunterkunft tauchten die meisten von ihnen unter.
Die Flughafengeistlichen in Genf und die Organisation Elisa, die eine juristische Beratung für Asylbewerber anbietet, bestätigen den Vorgang. Nach ihren Angaben sind seit Anfang diesem Jahr 18 angeblich minderjährige Nigerianerinnen in Genf gelandet. Erst am vergangenen Mittwoch hätten sich drei von ihnen zum Asyl-Aufnahmezentrum nach Basel aufgemacht.
Polizei machtlos
In den meisten Fällen verliert sich ihre Spur rasch.
Es sind häufig minderjährige Nigerianerinnen. (Symbolbild) /


«Sie verschwinden, sobald sie einen Ausgangsschein vom Zentrum bekommen», sagte Gérard Maury, Chef der Polizei für internationale Sicherheit in Genf, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Letztes Jahr sind nach seinen Angaben 17 Nigerianerinnen unter anderem Namen wieder aufgetaucht, vor allem als Prostituierte in anderen europäischen Ländern. Maury befürchtet, dass den jüngst eingereisten Migrantinnen das gleiche Schicksal droht. Auch sie würden wohl Opfer eines «sehr gut organisierten mafiösen Netzes».
Dagegen sieht sich die Polizei machtlos, ebenso die Organisation Elisa. Gemäss Elisa-Mitarbeiter Michel Ottet antworteten die jungen Frauen bei der Befragung entweder gar nicht oder erzählten einstudierte Geschichten.