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Regierungschef Hasler sieht keinen Reformbedarf

Berlin - Liechtensteins Regierungschef Otmar Hasler sieht trotz der massenhaften Steuerflucht von Deutschen in sein Land keinen Reformbedarf.

tri / Quelle: sda / Dienstag, 19. Februar 2008 / 10:13 h

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Themen, die in Deutschland diskutiert werden, haben wir seit Jahren», sagte Hasler der «Bild»-Zeitung. Zugleich räumte er ein, die jüngsten Ermittlungen gegen mutmassliche deutsche Steuersünder hätten den Druck auf sein Land vergrössert. «Natürlich sehen wir den Druck, der derzeit auf den Bankenplatz Liechtenstein ausgeübt wird, erhöht», sagte Hasler. Liechtenstein nehme die Situation ernst.

Besuch bei Merkel

Es gehe bei der Steuerflucht um die «kriminellen Aktivitäten Einzelner», fügte er hinzu. «Die guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Liechtenstein sehen wir durch die aber nicht gefährdet.» Hasler reist zu einem Besuch nach Deutschland.



Otmar Hasler sieht keinen Handlungsbedarf. (Archivbild) /

Am Mittwoch trifft der 54-jährige Regierungschef des Fürstentums Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Welle von Razzien

Gestern haben deutsche Steuerfahnder im Skandal um massenhafte Steuerflucht nach Liechtenstein eine Welle von Razzien begonnen. Beamte durchkämmten in mehreren Städten Deutschlands die Objekte wohlhabender Bürger. Dies berichteten Medien unter Berufung auf Justizkreise. So seien unter anderem Villen und Banken in München, Hamburg und Frankfurt durchsucht worden. Die Affäre war mit der Durchsuchung beim bisherigen Post-Chef Klaus Zumwinkel am vergangenen Donnerstag bekanntgeworden. Einen Tag später hatte der Topmanager wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe über eine Stiftung in Liechtenstein seinen Rücktritt erklärt.

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