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Demonstranten feiern Powell-Absage

Athen - Nach massiven Protestkundgebungen in Athen hat US-Aussenminister Colin Powell seine Teilnahme an der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in letzter Minute abgesagt. Die Organisatoren der Anti-Powell-Kundgebung feiern die Absage als Sieg.

bsk / Quelle: news.ch mit Agenturen / Samstag, 28. August 2004 / 17:22 h

Als Grund gab sein Ministerium indes dringende Dienstgeschäfte an. Am Vorabend hatte eine Gruppe von etwa 100 Demonstranten versucht, trotz eines Verbots gewaltsam zur US-Botschaft vorzudringen. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Gruppe vor. Die Ausschreitungen ereigneten bei einer Kundgebung von rund 2000 Globalisierungsgegnern gegen den geplanten Athen-Besuch Powells.

"Killer Powell"

Am Samstag entfalteten Mitglieder der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) am Felsen der Akropolis ein Transparent mit der Aufschrift: "Killer Powell go home" ("Mörder Powell, geh' heim"). Die Proteste richteten sich gegen die US-Politik im Irak und im Nahen Osten. Powell betonte in einem Schreiben an seinen griechischen Amtskollegen Petros Molyviatis: "Ich hätte mir gerne mit Ihnen die Schlussfeier der Olympischen Spiele angesehen. In Washington gibt es jedoch Fragen wie die Lage in Irak und im Sudan, die meine sofortige Aufmerksamkeit erfordern."

Besuch nachholen

Der US-Aussenminister schlug vor, den Besuch Anfang Oktober nachzuholen. Er hatte nach den ursprünglichen Plänen am Samstag in Athen eintreffen und am Sonntag an der Abschlussfeier der Spiele teilnehmen wollen. Ausserdem wollte er Gespräche mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis und dem Oppositionsführer Georgios Papandreou führen.

Kein Kommentar vom IOC

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollte die Absage Powells nicht kommentieren.



Die Demonstranten spannten auch ihre Haustiere bei der Protestaktion in Athen ein. /



Powell begründete die Absage anderen wichtigen Verpflichtungen. /



Die Mehrheit der Demonstranten am Freitagabend waren friedlich. /

"Bei den Spielen sind 200 000 Menschen (Athleten, Offizielle, Sponsoren, Medienvertreter) akkreditiert", betonte die IOC-Sprecherin Giselle Davies. "Da geben wir zu einer einzelnen Person keinen Kommentar ab, auch wenn es sich dabei um Powell handelt." An der Anti-US-Kundgebung hatte auch ein Dutzend freiwilliger Olympia-Helfer teilgenommen. Ein Sprecher des Olympischen Organisationskomitees ATHOC erklärte dazu: "Diese Gruppe repräsentiert nicht die Gesamtheit der 45 000 Freiwilligen."

Absage als Sieg

Die Organisatoren der Proteste feierten Powells Absage als ihren Sieg. "Warum sonst sollte Powell seinen Besuch gestrichen haben", sagte Petros Konstantinou von der globalisierungskritischen griechischen Bewegung "Genoa 2001". Die Absage sei auch ein "Zeichen an Aktivisten in den USA, dass wir gewinnen können". Zur geplanten Verschiebung des Termins sagte er: "Die sollen sich doch nichts vormachen. Bis Oktober können wir noch viel mehr Menschen mobilisieren." Auch während der Olympischen Spiele traten gelegentlich anti-amerikanische Gefühle zutage. So wurde das US-Volleyballteam am Freitag während des gesamten Halbfinales gegen Brasilien ausgebuht.

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