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Noch drei Unterklassige in den Viertelfinals

Die Baisse des FCB hält an. Eine Woche nach dem 0:1 in der Meisterschaft in Schaffhausen schied Basel in den Achtelfinals des Swisscom Cup in Thun im Penaltyschiessen aus.

rr / Quelle: Si / Sonntag, 21. November 2004 / 18:52 h

Ebenfalls in der finalen (Kurz-)Entscheidung wurde das Ostschweizer Derby entschieden. St. Gallen setzte sich gegen Schaffhausen durch. Das dritte Duell zweier Super-League-Mannschaften gewann der FCZ bei Xamax 2:0. Überraschende Triumphe von Unterklassigen blieben aus. Auch der FC Sion konnte nicht über sich hinauswachsen und unterlag den Young Boys zuhause 1:2. Ohne Probleme gewann derweil Aarau in Baulmes 2:0. Das Feld der acht Viertelfinalisten im Swisscom Cup komlettieren die Challenge-League-Vereine Luzern, Chiasso und Bellinzona. Das Trio setzte sich jeweils gegen Ligakonkurrenten durch.

Thun dankt Fabio Coltorti

Der Vorstoss des kleinen FC Thun gegen den grossen FC Basel entsprach den gezeigte Leistungen im harten, intensiven Abnützungskampf über 120 Minuten. Nach dem 1:1 nach zwei Stunden Fight m Schneetreiben musste ein Penaltyschiessen entscheiden. In diesem setzten sich die Berner Oberänder mit 4:3 durch. Der Thuner Torhüter Fabio Coltorti wehrte Elfmeter von Boris Smiljanic und von Mile Sterjovski ab. Bei den Bernern vergab nur Mario Raimondi, der darüberschoss. In der normalen Spielzeit reüssierten Mario Raimondi für Thun und Julio Hernan Rossi für Basel. In den Schlusssekunden der normalen Spielzeit stieg die Spannung trotz klirrender Kälte im Lachen-Stadion auf den Siedepunkt. Christian Gimenez hämmerte den Ball aus fünf Metern an die Latte. Zuvor gab eine Strafraumszene mächtig Gesprächsstoff, als nach einem Rettungsversuch von Torhüter Pascal Zuberbühler der anstürmende Thuner Nelson Ferreira zu Boden ging. Zuberbühler kam zu spät, der Portugiese flog über den Ellbogen des FCB-Torhüters. Elfmeter oder nicht? Die Meinungen gingen dimetral auseinander. Schiedsrichterin Nicole Petignat pfiff aber keinen Penalty.

St. Gallen dankt Penaltyglück

Im sechsten Anlauf hat St. Gallen den Cup-Fluch in Schaffhausen besiegt. Im Penaltyschiessen setzten sich die Ostschweizer 5:3 durch, nachdem der instensive Abnützungskampf nach 120 Minuten 2:2 gestanden hatte. Fünfmal zuvor waren die Grün-Weissen auf der Breite unterlegen, viermal allein in den letzten 16 Jahren. Den entscheidenden Elfmeter verwertete der Ghanaer Alex. Zuvor hielt St. Gallens Torhüter Stefano Razzetti den vierten Versuch Schaffhausens durch den Brasilianer Fernando. St. Gallen steigerte sich in der zweiten Halbzeit und nach dem Rückstand (Bunjaku traf in der 12. Minuten für Schaffhausen) durch die Hereinnahme von Moreno Merenda und David Marazzi und glich durch Alex (59.) mittels Foulpenalty aus. Der Deutsche Jens Truckenbrod hatte Merenda zu Fall gebracht. Das Verdikt war streng, die Schaffhauser protestierten heftig. Je länger das Spiel dauerte, desto besser kam St. Gallen dank seiner athletischen Vorteile in Fahrt. Die Ostschweizer vergaben aber beste Chancen, bis Dusan Pavlovic in der 116. Minute das vermeintlich entscheidende Tor gelang.



St. Gallens Stefano Razzetti hält den entscheidenden Penalty von Schaffhausens Fernando De Souza. /

Doch Schaffhausen glich durch den eingewechselten Franciel Hengemühle in der 120. und letzten Minute nochmals aus.

YB dankt seiner soliden Defensive

Die Young Boys haben eine der heikelsten (Cup-)Hürden übersprungen und stehen nach dem 2:1 in Sion in den Viertelfinals. Francisco Neri (41.) und Thomas Häberli (70.) trafen für die Berner, Alain Gaspoz schaffte für Sion nur den Anschlusstreffer (85.). Die Walliser verpassten nach dem Triumph gegen Servette eine durchaus mögliche zweite Überaschung. Die Young Boys bauten den Erfolg auf einer soliden defensiven Basis auf. Obwohl den Bernern Abwehrchef Fernando Carreño wegen einer Sperre fehlte und Sion vor 16 100 Zuschauern im Tourbillon mehrheitlich im Ballbesitz war, liess YB im eigenen Strafraum kaum heikle Szenen zu. Vor der Pause resultierte die gefährlichste Aktion Sions durch einen Schuss des U21-Internationalen Manuel Bühler an die Innenseite des Pfostens. Die Walliser, im Championat unter Trainer Gilbert Gress erst einmal bezwungen, forderten das Super-League-Ensemble bis zum Schluss. Gegen Servette in der Runde zuvor hatten die Sédunois in der letzten Viertelstunde noch drei Tore erzielt. Diesmal gelang ihnen durch die herrliche Direktabnahme von Verteidiger Gaspoz nur noch der Anschlusstreffer.

Aarau dankt den stehenden Bällen

Erstmals seit der Saison 1997/98 hat Aarau die Viertelfinals erreicht. Mit einer Tor-Doublette in den ersten elf Minuten ebneten Rainer Bieli und Matteo Vanetta gegen Baulmes den Weg unter die letzten acht Mannschaften frühzeitig. Beide lenkten jeweils Freistossflanken von Argjend Bekiri über die Linie. Die Waadtländer von Trainer Umberto Barberis starteten furios und hatten duch Raffael Cottens eine Riesenchance zur Führung. Nach dem frühen 2:0 kontrollierten die Aargauer mit ihrer starken Abwehr Gegner und Spiel klar. Baulmes fehlte ein Finisseur, um die Überraschung zu schaffen.

Chiasso dankt einem Liechtensteiner

Ein Liechtensteiner schoss Chiasso erstmals seit zehn Jahren wieder in die Cup-Viertelfinals. Thomas Beck entschied das umkämpfte Spiel gegen Yverdon in der 30. Minute mit einer feinen Einzelleistung. Beck profitierte von einem Fehlpass von Alexandre, setzte sich gegen einen Abwehrspieler durch und fand die Lücke. Die beste Chancen der Gäste vergaben Gomes, der unmittelbar vor der Pause aus sieben Metern nur die Latte traf, und der Argentinier Aguirre in der Nachspielzeit.

FCZ dankt jugendlicher Abwehr

20 Stunden nach Baulmes und Yverdon schied Neuchâtel Xamax als letzter Verein aus der Romandie aus. Beim 0:2 gegen den FCZ nahm der Druck der Neuenburger erst nach der Einwechslung des Australiers Joel Griffiths in der letzten halben Stunde zu. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zürcher auf dem kaum bespielbaren Terrain bereits in Führung und in die auf diesem "Geläuf" wichtige Position der konternden Mannschaft gebracht. Eine der ersten ansehnlichen Aktionen nutzte der einzige FCZ-Stürmer Alhassane Keita nach 36 Minuten und herrlichem Steilpass von Daniel Gygax zum 1:0 aus. Einer der raren Konter "bescherte" dem FCZ dann in der Nachspielzeit den zweiten Treffer. Ursal Yasar war gefoult worden, und der in der Personalnot zum Linksverteidiger umfunktionierte Brasilianer Cesar verwertete den Penalty. Der sichtlich erleichterte FCZ-Trainer Lucien Favre sprach von einer "starken Leistung" seiner im Schnitt nur 22,5 Jahre alten Verteidigung. "Ich war erstaunt, wie dicht sie zusammengehalten hat. Wir haben es aber verpasst, mehr aus der ersten Halbzeit zu machen."

Luzern dankt Ratinho und Tchouga

Nach zwei Siegen in der Meisterschaft hat Luzern die steigende Formkurve auch im Cup bestätigt. Trotz des frühen Rückstandes (N´Tiamoah/18.) setzten sich die Innerschweizer gegen Concordia Basel problemlos 4:1 durch. Der Brasilianer Ratinho (23.) und der Kameruner Jean-Michel Tchouga (41.) kehrten die Partie noch vor der Pause. In der zweiten Halbzeit waren die beiden offensiven Mittelfeldspieler nochmals je einmal erfolgreich (55./70.). Während Tchouga derzeit Woche für Woche Treffer erzielt - in der Meisterschaft sind es schon zwölf -, war der Torjubel für Ratinho ein seltenes Gefühl; der Südamerikaner hat im Championat letztmals Mitte August getroffen. Dank dem "Poker" der beiden Ausländer bleibt Luzern Stammgast in den Cup-Viertelfinals. Seit 1995 hat der FCL nun zum achten Mal die Runde der letzten Acht erreicht.

Bellinzona dankt Ianu

Bellinzona war beim 2:0 auf dem Zürcher Utogrund gegen YF Juventus von Beginn weg überlegen. Doch das erlösenden 1:0 fiel erst in der 69. Minute durch den Rumänen Florin Ianu. Nur sechs Minuten später sorgte Michele Maggetti für die Entscheidung. Damit steht Bellinzona, das vor sieben Wochen in der Meisterschaft gegen YF Juventus noch 0:1 verloren hatte, erstmals seit zehn Jahren wieder in den Cup-Viertelfinals.

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