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Hohe Strassenbelagspreise sorgen im Tessin für AufregungBellinzona - Der Tessiner Staatsrat hegt den Verdacht, dass die Lieferanten von Bitumen ihr Material dem Kanton zu teuer verkaufen. Er hat deshalb die Wettbewerbskommission eingeschaltet.bert / Quelle: sda / Mittwoch, 1. Dezember 2004 / 17:16 h
Während die Asphaltpreise auf der Alpennordseite in den letzten Jahren gesunken seien, habe man im Tessin seit 2003 einen massiven Anstieg der Preise festgestellt, sagte Baudirektor Marco Borradori (Lega) an einer Medienkonferenz in Bellinzona.
Vor einigen Tagen war publik geworden, dass die von Tessiner Firmen offerierten Strassenbelagspreise oftmals doppelt so hoch sind wie diejenigen von Unternehmen auf der Alpennordseite.
Borradori bezeichnete die Konkurrenzsituation in der Südschweiz als sehr limitiert. Er verhehlte nicht, dass seiner Meinung nach im Tessiner Strassenbelagssektor ein Kartell am Werk ist.
Bei der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand hat es in der jüngeren Vergangenheit laut Borradori eine Art Rotationsprinzip gegeben: Eine Firma reichte immer ein tadelloses Dossier ein, während die anderen Unternehmen eher schludrige Angaben machten. Bei der nächsten Ausschreibung glänzte dann ein anderes Unternehmen mit einem perfekten Dossier.
Die Preise von Tessiner Firmen seien oftmals doppelt so hoch, wie auf der Alpennordseite. /
![]() Lega-Präsident und Bauunternehmer Giuliano Bignasca bezeichnete die insgesamt 17 Firmen, die im Tessin Strassenbelagsarbeiten durchführen, in seinem Parteiblatt neulich als Asphalt-Mafia. Die Lega dei Ticinesi habe bereits 1993 auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Borradori bestätigte, dass die hohen Bitumenpreise dem Kanton schon seit mehreren Jahren Sorge bereiten würden. Er verwies aber darauf, dass die Wettbewerbskommission im Juni 2000 eine Voruntersuchung wegen einer angeblichen Preisabsprache in Giubiasco mangels Beweisen eingestellt habe. Borradori hofft, dass das neue Kartellgesetz dem Kanton, der in einer tiefen Finanzkrise steckt, nun mehr Handlungsspielraum gibt. Denn im Tessin stehen in den nächsten Jahren wichtige Bauarbeiten im Strassensektor an.
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