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WEF-Demo in Bern abgesagt

Bern- Die Gegner des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die für den 22. Januar geplante Grosskundgebung in Bern abgesagt.

sl / Quelle: sda / Montag, 17. Januar 2005 / 15:07 h

Stattdessen sollen in der Innenstadt "phantasievolle Aktionen des zivilen Ungehorsams" stattfinden. Auf einen Vorschlag des Berner Gemeinderates, statt eines Kundgebungsumzugs durch die Innenstadt eine Platzkundgebung auf dem Bundesplatz durchzuführen, stiegen die Demo-Veranstalter nicht ein. Die Stadtregierung habe die Demonstranten auf einem eingegitterten Bundesplatz zusammenpferchen wollen. "Niemand will in einem Käfig demonstrieren", erklärten die Organisatoren vor den Medien.

Eskalation vorprogrammiert

Mit diesem Diktat strebe die Stadtregierung eine Eskalation geradezu an. Die angedrohte "Besetzung der Innenstadt durch das grösste Polizeiaufgebot, das diese Stadt je gesehen hat", sei vollständig auf Konfrontation ausgelegt, sagte André Siegenthalter von "Direkte Solidarität mit Chiapas".



Niemand will in einem Käfig demonstrieren, hiess es bei den WEF-Gegnern. /

Unter diesen Bedingungen könne das Anti-WEF-Bündnis die Demo, zu der rund 5000 Personen erwartet worden wären, nicht durchführen. Das heisse aber nicht, dass man auf den Protest gegen das WEF verzichte.

Aufruf zu phantasievollen Aktionen

Für den Nachmittag des 22. Januar ruft das Anti-WEF-Bündnis dazu auf, gegen das WEF und die "Abschaffung des Demonstrationsrechts" zu protestieren, und zwar mit phantasievollen Aktionen in Bern und andern Orts. Der grüne Berner Stadtrat Daniele Jenni bezeichnete den Aufruf zum zivilen Ungehorsam als "würdige Antwort auf das Gewaltangebot der Stadt, ohne uns dem politischen Diktat der rot-grünen Regierung zu unterziehen".

Tanz gegen WEF

Während die Grossdemo abgesagt wurde, reichten verschiedenen Einzelpersonen aus Bern ein Gesuch um Bewilligung einer Tanzparade ein. Das Gesuch fürs "Dance out WEF!" in Bern vom Samstag liegt der Polizei vor, wie Polizei-Mediensprecher Franz Märki bestätigte.

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