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Proteste in Ecuador eskalieren Quito - Soldaten in Ecuador sollen notfalls auch mit Waffengewalt gegen die Protestierenden vorgehen, die die Ölproduktion des Landes zum Erliegen gebracht haben.
bsk / Quelle: sda / Samstag, 20. August 2005 / 08:16 h
Die Soldaten seien zum Schusswaffeneinsatz autorisiert, sagte Verteidigungsminister Osvaldo Jarrin nur Stunden nach seiner Ernennung am Freitag (Ortszeit).
Der Vorgänger des pensionierten Generals war kurz zuvor inmitten anhaltender Proteste wegen der Öl-Politik der Regierung zurückgetreten.
Notstand Die Regierung hatte am Mittwoch den Notstand in zwei Amazonas-Provinzen Ecuadors ausgerufen. Dort hatten Demonstranten die Produktion der staatlichen Ölgesellschaft Petroecuador zum Erliegen gebracht. Petroecuador nahm die Produktion am Freitag zwar wieder auf. Wirtschaftsministerin Magdalena Barreiro sagte jedoch, es könne bis November dauern, bis die normale Produktionsstärke von 200 000 Barrel pro Tag (ein Barrel = rund 159 Liter) erreicht sei.Importe aus Venezuela Die Regierung muss nun Öl aus Venezuela importieren, um ihren Export-Pflichten nachzukommen. Ecuador ist der zweitgrösste südamerikanische Öl-Lieferant für die USA. In New York stieg der Preis für leichtes US-Öl nach den jüngsten Berichten wieder auf über 65 Dollar pro Barrel.In Ecuador herrscht derzeit der Notstand. /
![]() Am Montag hatten die Demonstranten rund 200 Borlöcher besetzt und wichtige Verbindungsstrassen blockiert. Sie forderten von den Ölkonzernen eine grössere finanzielle Beteiligung an Infrastruktur-Projekten und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Verträge nachverhandeln Zudem solle die Regierung Verträge mit internationalen Ölkonzernen nachverhandeln. Petroecuador erklärte, Regierungstruppen hätten die Kontrolle über die Ölanlagen in den Provinzen Sucumbios und Orellana wieder erlangt und die Produktion werde langsam wieder angefahren. Nach Angaben der Wirtschaftsministerin will sich Ecuador von Venezuela Öl im Wert von 140 Mio. Dollar leihen. Finanziert werden solle dies unter anderem mit einem Nothilfe-Kredit von rund 400 Mio. Dollar vom Lateinamerikanischen Reserve-Fonds.
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