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Supermacht USA ist überfordert

Bern - Die halbe Welt hat den USA nach der Hurrikan-Katastrophe in den Südstaaten ihre Hilfe angeboten. Doch zum grossen Frust mancher Geber ist die Supermacht mit der ungewohnten Rolle als Spendenempfängerin überfordert.

fest / Quelle: sda / Freitag, 9. September 2005 / 10:39 h

Hilfsgüter liegen in Flughäfen rum, Experten sitzen in den Startlöchern und warten seit Tagen auf grünes Licht aus Washington. Die EU-Kommission monierte in Brüssel Probleme bei der Koordinierung der Hilfsangebote. Es fehle jede Rückmeldung über den Einsatz der Hilfsgüter, sagte eine Sprecherin. Nach Informationen der «Washington Post» wird ausländische Hilfe für die Hurrikan-Opfer vom Amtsfilz in den USA behindert. Die US-Koordinationsstelle Federal Emergency Management Agency (FEMA) und das US-Aussenministerium verstrickten sich in der Bürokratie, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Diplomaten. «Wir machen das schliesslich zum ersten Mal», verteidigte sich der Koordinator für die Auslandshilfe im Aussenministerium, Harry Thomas, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. «Das schlimmste wäre, wenn wir Hilfsgüter annähmen, die dann hier nicht benötigt werden.»

Kein Grünes Licht für Schweizer Hilfe

Die US-Behörden wollten das Material direkt verteilen und nicht in Zwischenlager deponieren, erklärte DEZA-Sprecher Andreas Stauffer am Donnerstag gegenüber der sda.



50 Tonnen Hilfsgüter - Decken, Zelte u.a. stehen bereits seit Dienstag bereit. /

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) warte nach wie vor auf die Erlaubnis, Schweizer Hilfsgüter in die USA liefern zu können. Daniel Wendell, Sprecher der US-Botschaft in Bern, verwies auf die «schwierige logistische Lage in den USA». Es brauche Zeit, um sicherzustellen, dass die Hilfe an den richtigen Ort gelange. 50 Tonnen Hilfsgüter - Decken, Zelte, Plastik-Abdeckfolien und Hygienesets - stehen bereits seit Dienstag bereit. Die USA waren am Sonntag auf ein Hilfsangebot der Schweiz eingetreten. Sie hatten eine Liste mit Gütern erstellt, die zur Bewältigung der Hurrikan-Katastrophe benötigt werden. Auch mehrere Schweizer Experten könnten im Katastrophengebiet zum Einsatz kommen.

Solidarität von Arm und Reich

Die USA erhielten nach der Hurrikan-Katastrophe von Dutzenden Ländern Hilfszusagen. Die angeboteten Hilfsgüter und Geldspenden beliefen sich auf fast eine Milliarde Dollar (1,24 Milliarden Franken). Das mausarme Bagladesch schenkte eine Million Dollar, Thailand Nahrungsmittel, Israel Babynahrung und Mexiko Decken.

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