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Babymilch-Rückruf sei «Sturm im Wasserglas»

Zürich - Der Chef des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, Peter Brabeck, hat den Rückzug von Babymilch in vier europäischen Ländern sowie die Beschlagnahmung in Italien heruntergespielt.

bert / Quelle: sda / Mittwoch, 23. November 2005 / 19:53 h

«Es ist nichts. Es ist ein Sturm im Wasserglas», sagte Brabeck zu Journalisten auf einer Investoren-Veranstaltung einer Bank in Zürich. Es bestünden keine Gesundheitsrisiken, fügte Brabeck hinzu. Die italienische Polizei hatte am Vortag nach Behördenangaben 30 Mio. Liter flüssiger Babymilch beschlagnahmt, da Spuren einer Verpackungssubstanz in der Säuglingsnahrung nachgewiesen wurden. Brabeck zufolge geht es um rund zwei Millionen Liter Babymilch, die in Italien zurückgerufen werden.

Probleme mit der Verpackung Anlass des Rückrufs waren Probleme mit der Verpackung der flüssigen Säuglingsnahrung: Die Tinte der Tetrapacks reagierte chemisch mit dem Milchfett und führte so zu der Verunreinigung mit IsoprobilThioXantone (ITX). Auch in Frankreich, Spanien und Portugal führte Nestlé Rückrufaktionen für flüssige Babymilch durch. Zudem wurde bekannt, dass auch in Griechenland verunreinigte Babymilch aufgetaucht ist. Noch am Vortag hatte der Nestlé-Konzern versichert, andere Ländern als die vier ursprünglich genannten seien nicht betroffen.

Gesundheitsschäden unwahrscheinlich

Dennoch rief der Rückzug die EU-Kommission auf den Plan. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, Gesundheitsschäden wegen der Verunreinigungen durch die Tinte seien unwahrscheinlich. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit habe Proben der Milch untersucht.



Laut Peter Brabeck sei die verunreinigte Babymilch ein Problem der Verpackungsindustrie. /

Die EU will innert zwei Wochen genauer informieren und Ende März einen Abschlussbericht vorlegen. Nestlé-Chef Brabeck strich hervor, dass die verunreinigte Babymilch ein Problem der Verpackungsindustrie sei. Es sei schon zuvor mit der EU vereinbart worden, dass diese Produkte auslaufen sollten. Auch das italienische Gesundheitsministerium habe dem zugestimmt. Der jetzige Wirbel in Italien sei vor allem politisch bedingt, sagte Brabeck weiter. Die Kosten für den Rückruf sind Brabeck zufolge für den Nestlé-Konzern marginal. Es gehe um eine Summe von 2 bis 2,5 Mio. Euro. Nestlé hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 86,8 Mrd. Fr. und einen Gewinn von 6,7 Mrd. Fr. verbucht.

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