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Zündstoff in Diskussion zu LuchsansiedlungSt. Gallen - Erneut kommt Zündstoff in die Diskussion um die gefährdete Wiederansiedlung von Luchsen in der Ostschweiz.fest / Quelle: sda / Dienstag, 10. Januar 2006 / 14:31 h
Auf die Vermutung der Pro Natura, Wilderer erschössen die Tiere, reagiert nun ein Genetik-Experte: Inzucht bedrohe die umgesiedelten Wildkatzen. Pro Natura St. Gallen-Appenzell hatte vergangene Woche verlauten lassen, in der Ostschweiz gehe ein Luchskiller um. Das verärgerte den kantonalen Jägerverband, und das St. Galler Amt für Jagd und Fischerei sprach danach von «Spekulationen» der Umweltorganisation.
Auf entsprechende Medienberichte hat nun das Monitoring Institute for Rare Breeds and Seeds in Europe mit Sitz in St. Gallen reagiert. Das Institut beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren mit dem Zuchtaufbau von gefährdeten Nutztierrassen. Leiter des Instituts ist Hans-Peter Grünenfelder.
Die Luchse in der Ostschweiz waren alle miteinander verwandt: Inzucht macht schwach. /
![]() Laut Grünenfelder hätten für das Projekt Luno (Luchsumsiedlung Nordostschweiz) nicht nur in Bern und der Westschweiz gefangene Tiere verwendet werden dürfen. Das sei aus politischen Gründen geschehen, weil die Population dort habe reduziert werden müssen. Wenige Stammtiere Bekanntlich gehe der Bestand in der Westschweiz auf wenige Stammtiere aus dem gleichen Ursprungsgebiet zurück, die alle über den Zoo Ostrava in Schlesien bezogen worden seien; die Tiere dürften laut Grünenfelder alle miteinander verwandt gewesen sein. Wie bei anderen Tieren gefährde Inzucht auch bei Luchsen die Vitalität. Für das Projekt Luno hätte laut Grünenfelder eine Population mit breiter genetischer Basis aufgebaut werden müssen. Zwischen 2001 und 2003 wurden neun Luchse von der West- in die Ostschweiz umgesiedelt. Von den Tieren leben heute nachweislich noch zwei oder drei; die anderen sind tot oder verschollen. Das Projekt Luno wird vom Bund mitgetragen. Ende 2006 läuft es aus.
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