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Solar-Industrie als Job-Wunder in Ostdeutschland

Berlin - Ostdeutschland ist zum weltweit führenden Standort der Solarbranche aufgerückt - trotz starker japanischer Konkurrenz. In den neuen Bundesländern geht die Sonne auf.

Von Martin Murphy, dpa / Quelle: sda / Donnerstag, 26. Januar 2006 / 11:45 h

Die Solar-Branche schafft kontinuierlich neue Stellen. Mit Milliarden-Investitionen haben die Unternehmen und die Landesregierungen in den neuen Bundesländern einen zukunftsträchtigen Industriezweig geschaffen, der für ein kleines «Jobwunder» sorgt. Durchs Band wollen Firmen wie SolarWorld, ErSol oder Conergy weiter Mitarbeiter einstellen. Aber auch Unternehmen aus dem Ausland wollen investieren. Die deutsche Solarbranche beschäftigt über 35 000 Menschen - Tendenz stark steigend. Dank üppiger staatlicher Förderung liegt der Schwerpunkt der deutschen Produktion in Ostdeutschland. «Ein grosser Teil der Menschen arbeitet in den neuen Ländern», bestätigt der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig. Für die kommenden Jahre rechnet der BSW mit zweistelligen Wachstumsraten. So haben die meisten Unternehmen bereits ihre Produktion für 2006 und 2007 verkauft. Schub soll auch die kürzlich beschlossene Förderung von Solaranlagen im US-Bundesstaat Kalifornien bringen. «Das sichert den Absatz auch nach 2007», sagt der Chef der Bonner SolarWorld, Frank Asbeck.

Gute Bedingungen Deutschlands führender Solarkonzern SolarWorld baut seine Produktion im sächsischen Freiberg massiv aus.



Die deutsche Solarindustrie beschäftigt 35000 Menschen. /



Mit Hilfe von Kollektoren lässt sich die Sonnenenergie direkt in Nutzenergie umwandeln. /



Die kürzlich beschlosse Förderung von Solaranlagen in Kalifornien bringe weiter Schub. /

Kostenpunkt: Ein dreistelliger Millionenbetrag, an dem sich auch der Freistaat Sachsen beteiligt. Asbeck lobt aber nicht nur die Förderbedingungen, sondern auch die Qualität der Facharbeiter an dem früheren Halbleiterstandort Freiberg. Zudem arbeiteten die Behörden effizient - ein wichtiger Standortfaktor. Nach dem Fabrikausbau soll der Solarworld-Personalbestand von derzeit 800 bald die Schwelle von 1000 überschreiten. Im gleichen Umfang will auch der thüringische Solarzellen-Hersteller ErSol Solar Energy in Erfurt wachsen.

An Japan vorbei

Deutschland kommt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der weltweiten Solarwirtschaft zu. Letztes Jahr schob sich das Land an Japan vorbei auf den ersten Platz der weltweiten Sonnenliga. Mit Sharp und Kyocera kommen aber die Weltmarktführer weiter aus Japan. «Ostdeutschland dürfte der weltweit führende Standort sein», sagt Körnig. Neben Sachsen und Thüringen gelten Sachsen-Anhalt und Brandenburg als bevorzugte Standorte der Branche. In einigen Regionen bildeten sich nach dem Vorbild der Internetbranche «Cluster» - also Keimzellen der jungen Industrie. So lockte der Solarzellen-Hersteller Q-Cells in Thalheim bereits Kooperationspartner aus Australien und den USA nach Sachsen-Anhalt.

Gelungenes Projekt

Körnig sieht die Ansiedlung der Solarbranche in Ostdeutschland als gelungenes Projekt der neuen Bundesländer. Vor drei bis vier Jahren habe der Industriezweig noch in den Kinderschuhen gesteckt. «Heute zahlen die Unternehmen Steuern und sorgen für einen Strukturwandel», sagt Körnig. Dank der günstigen Rahmenbedingungen fänden derzeit alle Neuansiedlungen im Osten statt. Profitieren könnte auch Frankfurt/Oder. Zwei Solarfirmen aus den USA prüfen den Bau von Produktionsstätten in der Grenzstadt. Sollten sich die Investoren für Frankfurt als Standort entscheiden, dann würden mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen.

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