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Zweiter Wolf in Graubünden vermutet

Klosters - Im Raum des Prättigauer Ferienortes Klosters treibt sich vermutlich ein Wolf herum.

smw / Quelle: sda / Freitag, 12. Mai 2006 / 18:32 h

Spuren und Rissbilder von drei getöteten Hirschen wiesen auf die Anwesenheit eines Wolfes hin, teilte das Bünder Amt für Jagd und Fischerei mit. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, würden sich derzeit mindestens zwei Wölfe in Graubünden aufhalten. Erste Beobachtungen im Prättigau wurden vor rund einer Woche in einer Walsersiedlung bei Klosters auf 1600 Metern über Meer gemacht. Anwohner wollen einen jagenden Wolf gesehen haben. Die genaueren Untersuchungen der Risse an den drei Kadavern durch Mitarbeiter des Amtes für Jagd und Fischerei wiesen darauf hin, dass die Hirsche «mit grosser Wahrscheinlichkeit» von einem Wolf getötet wurden, heisst es in der Mitteilung.

Kot wird DNA-Analyse unterzogen

«Aus unserer Sicht spricht einiges dafür, dass eher ein Wolf als ein Hund die Hirsche gerissen hat», sagte Jagdinspektor Georg Brosi auf Anfrage. Wildhüter fanden auch Kot, der nun einer DNA-Analyse unterzogen wird. Die Behörden hoffen, dass das Raubtier in eine der aufgestellten Fotofallen tappt. Sicher ist, dass es sich beim vermuteten Raubtier im Prättigau nicht um jenen Wolf handelt, der seit rund vier Jahren im Bündner Oberland (Surselva) umher streift. Dieses Raubtier sei dort erst vor kurzem in eine Fotofalle getappt, sagte Brosi.

Auch ein Bär tummelt sich im Graubünden

Meldungen über Grossraubtiervorkommen häufen sich in Graubünden. Erwartet wird, dass auch diesen Sommer ein Bär Bündner Boden betreten wird. Ein Braunbär riss in den letzten Tagen Schafe im voralbergischen Montafon, einem Paralleltal zum Prättigau. Möglicherweise handelt es sich um jenes Tier, das letzten Sommer zwei Monate im Münstertal und Engadin verbrachte. Laut Jagdinspektor Brosi wird sich die Bevölkerung an Meldungen über Grossraubtiere gewöhnen müssen. Der Populationsdruck steige sowohl bei den Bären, die sich im italienischen Trentino vermehrten, als auch bei den Wölfen, wo Kolonien in der Grenzregion von Italien und Frankreich lebten.

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