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Bayern streitet über Braunbär-AbschussMünchen - Der geplante Abschuss des Braunbären in Bayern sorgt für heftigen Streit.bert / Quelle: sda / Dienstag, 23. Mai 2006 / 21:14 h
Während Ministerpräsident Edmund Stoiber den Abschuss verteidigte, kritisierten Politiker mehrerer Parteien und Naturschutzverbände die Anordnung als überzogen.
Der Bund Naturschutz in Bayern wertete den Entscheid als «Kapitulation» und forderte, die Behörden sollten zu Betäubungswaffen greifen und den Bären fangen statt ihn zu töten.
Die SPD-Fraktion im Landtag warf dem Minister Hysterie vor. Als «typisch deutsch» kritisierte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, den Entscheid der bayerischen Behörden. «Wir machen uns weltweit lächerlich.»
Risiko für Menschen Ein österreichischer Wildbiologe plädierte derweil für den Abschuss des Bären. Ein Bär, der die menschliche Nähe überhaupt nicht mehr scheut, sei durchaus ein Risiko, sagte er dem Bayerischen Radio. Er habe daher Verständnis für die Abschussgenehmigung. Auch in Vorarlberg und Tirol habe das Tier in Ställen nach Nahrung gesucht.Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber verteidigt den Abschuss. /
![]() Es scheine seine Lebenstaktik zu sein, in der Nähe von Menschen auf Futtersuche zu gehen. Dies könne dem Bären nur schwer wieder abgewöhnt werden. Der Braunbär ist nun auch in Österreich zum Abschuss frei gegeben worden. Der Bär sei offenbar gefährlich, sagte der zuständige Landrat Antons Steiner, dem ORF-Radio. Zuletzt war 1994 ein Braunbär in Österreich erschossen worden. Doppelstrategie Umweltminister Werner Schnappauf bemühte sich nach der Abschuss-Genehmigung um Schadensbegrenzung und sprach von einer Doppelstrategie: «Fangen und Betäuben des Bären, falls das möglich ist.» Aus Sicherheitsgründen habe auch die Möglichkeit des Abschusses geschaffen werden müssen. Entgegen der ursprünglichen Annahme handelt es sich beim Braunbären nicht um «JJ2», den «Schweizer Bären», der sich letzten Sommer zwei Monate im Münstertal und Engadin aufhielt. Der Befund stützt sich auf die Analyse von Genmaterial in einem Labor in Wien.
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