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Umsiedlung von Luchsen in die Nordostschweiz

Bern - In diesem und im nächsten Winter werden erneut vier Luchse von der West- in die Nordostschweiz umgesiedelt: Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) und die Kantone St. Gallen, Zürich, Thurgau und beide Appenzell führt das Projekt Luno bis 2009 weiter.

bert / Quelle: sda / Donnerstag, 14. September 2006 / 13:41 h

Die Verlängerung des Vertrags um drei Jahre wurde am Montag beschlossen, wie das Bafu mitteilte. Die Umsiedlung weiterer vier Luchse sei notwendig, um die Luchspopulation in der Nordostschweiz zu stützen und längerfristig zu stabilisieren. Nach 2009 werden in der Nordostschweiz keine Luchs mehr freigelassen. Im bevorstehenden Winter sollen im Kanton Thurgau zwei Luchse aus dem Jura und den Nordwestalpen angesiedelt werden, ein Jahr später zwei Tiere im Kanton St. Gallen oder im Kanton Zürich. Die ersten sechs Luchse waren 2001 umgesiedelt worden; eine weitere Freilassung von drei Wildkatzen folgte dann zwei Jahre später.

Erkenntnisse dank Beobachtung

Die Luchse in der Nordostschweiz werden mit Hilfe von GPS-Halsbändern und Fotofallen überwacht. Mit dem Monitoring kann nachgewiesen werden, dass ein Teil der Luchse Nachwuchs zur Welt brachte. Andere Tiere dagegen verendeten oder verschwanden spurlos.



Nach 2009 werden in der Nordostschweiz keine Luchs mehr freigelassen. /

Die Kosten für die Umsiedlung weiterer vier Luchse und das Monitoring trägt der Bund. Die Kantone unterstützen die Kantone mit der Wildhut. Ab 2009 werden die umgesiedelten Luchse gemäss Bafu im Rahmen des herkömmlichen Grossraubtier-Monitorings überwacht.

Förderung der Akzeptanz

Zwischen den beiden bevorstehenden Umsiedlungen wollen Bund und Kantone mit Informationen und Diskussionen die Akzeptanz der Luchse fördern. Bei Schafhaltern und Jägern stiess das Projekt Luno in der Vergangenheit zum Teil auf Widerstand. Im St. Galler Kantonsrat sorgten die Luchse regelmässig für Vorstösse und hitzige Debatten. Nachdem bei zwei tot gefundenen Luchsen Schrot unter dem Fell festgestellt worden war, liess die Sektion St. Gallen-Appenzell von Pro Natura Anfang 2006 verlauten, Wilderer erschössen die Tiere. Der kantonale Jägerverband und das Amt für Jagd und Fischerei bezeichneten die These der Umweltorganisation als «Spekulationen».

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