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Tamiflu sorgt in Japan für Schlagzeilen

Tokio - In Japan schlägt die öffentliche Debatte über mögliche Nebenwirkungen des Grippemedikaments Tamiflu von Roche immer höhere Wellen.

smw / Quelle: sda / Donnerstag, 5. April 2007 / 09:52 h

Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums sind mittlerweile 1079 Fälle aktenkundig, in denen die Tamiflu-Einnahme unerwünschte Wirkungen hatte. Bei 128 von ihnen - überwiegend Jugendlichen - kam es zu «abnormalem Verhalten», also zu geistiger Verwirrung. Die Daten erstrecken sich auf die Periode von Anfang 2001, als die japanische Roche-Tochter Chugai Tamiflu auf den Markt gebracht hat, bis zum 20. März dieses Jahres. Nachdem wiederholt Fälle von Teenagern publik geworden sind, die sich während der Tamiflu-Behandlung von Gebäuden gestürzt hatten, verlangte das japanische Gesundheitsministerium einen Warnhinweis auf den Packungen und wollte untersuchen, ob es zwischen den Fällen einen kausalen Zusammenhang gibt. Das war eine 180 Grad-Wende, da zuvor eine Zusammenhang in Abrede gestellt wurde.

Ursächlicher Zusammenhang gegeben?

Roche hatte Ende März gesagt, das ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Tamiflu und den Fällen nicht bewiesen ist. Tamiflu wurde in Japan in grossem Massstab verschrieben.



Tamiflu wurde in Japan in grossem Massstab verschrieben. /

Chugai schätzt die Gesamtzahl der behandelten Personen auf 35 Millionen. Das entspricht rund 70 Prozent des weltweiten Tamiflu-Absatzes. Tamiflu war vor einem Jahr in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, nachdem es von Gesundheitsexperten als eines der wenigen Mittel bezeichnet wurde, das bei einem Ausbruch der Vogelgrippe unter Menschen wirksam sein könnte. 2006 setzte Roche mit Tamiflu 2,6 Mrd. Fr. um.

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