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Genfer Polizei räumt berühmtes «Rhino»

Genf - Die Genfer Polizei macht Ernst in ihrem Kampf gegen die Hausbesetzer-Szene. Am Montagnachmittag räumte sie mit einem Grossaufgebot den seit 20 Jahren besetzten «Rhino»-Gebäudekomplex. Dabei kam es zu Ausschreitungen.

smw / Quelle: sda / Montag, 23. Juli 2007 / 15:38 h

Die Polizeiaktion hatte friedlich begonnen. In den drei «Rhino»-Häusern hielten sich beim Auftauchen der Polizei 22 Hausbesetzerinnen und -besetzer auf. Als erstes wurde eine schwangere Frau abgeführt. In der Zwischenzeit hatte die Nachricht von der Polizeiaktion unter den «Rhino»-Sympathisanten die Runde gemacht. Mehrere hundert von ihnen versammelten sich in der Folge vor dem «Rhino» und gaben lautstark ihrer Unterstützung für die Hausbesetzer Ausdruck. Einige versuchten, mit einem Sit-in einen Transportwagen der Polizei zu blockieren. Sie wurden von der Polizei gewaltsam weggezerrt. Andere zündeten in der Strasse Feuer an, die von der Feuerwehr gelöscht werden konnten.



Ein besetztes Haus von innen. /

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein. Gleichzeitig wurden die Hausbesetzer in drei Gruppen abgeführt. Das «Rhino»-Kollektiv befürchtete die Räumung seit mehreren Tagen: Vor zwei Wochen hatte der Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli bereits das benachbarte, ebenfalls von Hausbesetzern bewohnte «La- Tour»-Gebäude räumen lassen.

Kontroverse Stellungnahmen

Einmal sei der Zeitpunkt gekommen, zu dem wieder Ordnung hersgestellt werden müsse, sagte Generalstaatsanwalt Daniel Zapelli gegenüber den Medien vor Ort. Die Räumungsaktion wurde aufgrund einer Strafanzeige des Hausbesitzers eingeleitet. Der «Rhino» ist die älteste Hausbesetzung Genfs. Seit bald 20 Jahren leben in dem Gebäude dutzende Personen. Der «Rhino» war auch Kulturzentrum und wurde zum Wahrzeichen der Hausbesetzerszene. Entsprechend prägnant fielen die Reaktionen auf die Räumung aus: Pierre Bayenet, Anwalt des Besetzerkollektivs, sprach von einer illegalen Aktion. Tatsächlich ist die Frage nach dem Status der Bewohnerinnen und Bewohner des «Rhino» derzeit noch vor dem Mietgericht hängig. Auch Sandrine Salerno und Rémy Pagani, Mitglieder der Stadtregierung Genfs, verurteilten die Räumung, ebenso SolidaritéS, die Kommunisten und die Partei der Arbeit. Zufrieden zeigten sich dagegen die Freisinnigen und die Vereinigung der Genfer Hauseigentümer.

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