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Kommentatoren gehen mit Polizei hart ins Gericht

Bern - In seltener Eintracht verurteilen die Kommentatoren der Schweizer Zeitungen die gewalttätigen Ereignisse vom Samstag in Bern. Vor allem für das Versagen der Polizei finden sie deutliche Worte.

ht / Quelle: sda / Montag, 8. Oktober 2007 / 11:12 h

Besonders hart ins Gericht mit Polizei und Stadtregierung ging die «Berner Zeitung». Die Polizei, und damit die Stadt Bern, habe sich von einer Horde entfesselter Chaoten übertölpeln lassen. Bern habe sich gründlich blamiert. Für den Berner «Bund» liegt die Schuld jedoch nicht allein bei der Polizei. Diese stehe immer am Ende einer Kette von Entscheidungen und müsse nicht selten ausbaden, was andere ihr eingebrockt hätten.

«Bundesplatz nicht geschützt»

In Bern, wo die Behörden den Gewerbetreibenden immer neue Hindernisse in den Weg legten, sei man nicht einmal mehr in der Lage, den Bundesplatz vor Chaoten zu schützen, schrieb die «NZZ». Die Aussagen der Berner Polizeidirektors, das Hauptziel des Tages sei erreicht worden, grenze an schwarzen Humor. Das «St. Galler Tagblatt» stellte die Frage, wie Bern die Sicherheit der EURO 2008 gewährleisten wolle.



Kritik ernteten auch die Organisatoren der Gegenveranstaltung. /

Wenn die Hooligans kämen, werde es wesentlich gefährlicher als beim Schwarzen Block. «Nehmt den Bernern die EURO 2008-Spiele weg und bringt sie in die Ostschweiz», fordert die Zeitung deshalb.

«Provokation aufgegangen»

Von einem «Geheimplan der SVP» schrieb ironisch der «Tages-Anzeiger». Beteiligte daran seien die Linksalternativen mit ihrer Gegenveranstaltung, die Chaoten und die Polizei gewesen. Letztere habe die SVP-Wähler in ihrer Überzeugung bestärkt, dass rot-grüne Politiker ihren Laden nicht im Griff hätten. Auch die Rolle des Berner Stadtrats und Organisators des SVP-Gegenveranstaltung, Daniele Jenni, gab zu bissigen Kommentaren Anlass. Die üble Provokation des Daniele Jenni sei wieder einmal hervorragend aufgegangen, hiess es in der «Berner Zeitung». Im «Bund» wurde Jenni gar als «scheinheilige Friedenstaube» und in der «NZZ» als «notorischer Aufwiegler und ideeller Brandstifter» bezeichnet.

SVP nicht unschuldig

Die «Basler Zeitung» schob die Schuld für die Krawalle indirekt die SVP in die Schuhe. Wenn die SVP im aufgepeitschten politischen Klima zwei Wochen vor den Wahlen einen Folkloreumzug durch die Berner Altstadt durchführen wolle, werde er mit Sicherheit massiv gestört.

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