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245 Festnahmen bei unbewilligter Demo in Luzern

Luzern - Im Vorfeld der Auslosung für die Endrunde der Fussball-Europameisterschaft EURO 2008 ist es am Samstagabend in Luzern zu einer Massenverhaftung gekommen. Die Polizei nahm 245 Teinehmer einer unbewilligten Kundgebung fest.

ht / Quelle: sda / Sonntag, 2. Dezember 2007 / 08:27 h

Die Kundgebung richtete sich gegen die Schliessung des Kulturzentrums Boa. Nach Angaben der Polizei nahmen daran rund 800 Personen teil. Die Verhafteten wurden mehrere Stunden festgehalten. Die letzten Festgenommenen kamen heute Morgen um 6.30 Uhr auf freien Fuss. Die Polizei begründete die lange Dauer mit der hohen Zahl Festgenommener. «Die Durchlaufzeit der ersten Ermittlungen hat relativ lange» gedauert, schreibt die Stadtpolizei Luzern in einer Mitteilung. Zur Kundgebung aufgerufen hatte die «Aktion Freiraum». Diese warf in einem Communiqué der Polizei vor, die friedlichen Teilnehmer eingekesselt zu haben. Zudem seien die Beamten mit Gummischrot, Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die Manifestanten vorgegangen. Es habe Verletzte gegeben, schreibt die Aktion, ohne Zahlen zu nennen.

Polizei dementiert Verletzungen

Der Kommandant der Luzerner Stadtpolizei, Ernst Röthlisberger, sagte dagegen, es habe keine Verletzten gegeben. Drei Mal habe die Polizei Pfefferspray eingesetzt, weil Demonstranten im Polizeikessel mit den Fäusten auf Polizisten losgegangen seien. In einem weiteren Fall sei Gummischrot eingesetzt worden. Wasserwerfer seien zwar aufgefahren, jedoch nicht eingesetzt worden. Auch seien keine Schlagstöcke eingesetzt worden, sondern Polizeimehrzweckstöcke. Das seien keine Schlaginstrumente, sondern sie würden zur Arretierung eingesetzt, wenn Verhaftete sich wehrten. Die Behörden hatten die Kundgebung nicht bewilligt mit Verweis auf die Tatsache, dass an diesem Wochenende mehrere Grossanlässe in Luzern stattfinden, darunter die Auslosung für die Fussball-Europameisterschaft EURO 2008.

Erfolglose Verhandlungen

Der Demonstration gingen Verhandlungen zwischen den Behörden und der Stadt voraus. Obwohl die Stadt Luzern den Demonstranten mehrfach eine Bewilligung für den Anlass an einem Alternativtermin angeboten habe, seien diese nicht darauf eingetreten, hiess es in einer Mitteilung der Stadtpolizei.



In einem Fall wurde Gummischrot eingesetzt. (Archivbild) /

Ein Bewilligungsgesuch sei nie eingereicht worden. Die Sicherheitsdirektion nahm mit den Veranstaltern mehrmals per E-Mail Kontakt auf und wies sie darauf hin, dass aufgrund der Anlassdichte in Luzern eine Demonstration an diesem Wochenende nicht geduldet werde. Für einen anderen Zeitpunkt werde aber eine Bewilligung erteilt. Die Veranstalter seien auf dieses Angebot nicht eingetreten. Ein letzter Vermittlungsversuch am Samstagmittag verlief ergebnislos. In Luzern findet heute Sonntag die Auslosung für die Endrunde der Fussball-Europameisterschaft EURO 2008 statt. Zu diesem Event halten sich derzeit 700 Gäste und rund rund 800 Medienleute in der Leuchtenstadt auf.

Mit Traktor gegen Polizeisperre

Bei ihrem Einsatz wurden die beiden Luzerner Polizeikorps durch Polizistinnen und Polizisten aus der ganzen Zentralschweiz unterstützt. Die Polizei habe die Situation jederzeit unter Kontrolle gehabt, teilte sie mit. Es sei gelungen, Ausschreitungen zu verhindern und Blockaden nach kurzer Zeit aufzulösen. Sachbeschädigungen wurden keine festgestellt. Die Zentralstrasse musste vorübergehend gesperrt werden. Auf der Pilatusstrasse kam es kurz zu Verkehrsbehinderungen. Während des ganzen Einsatzes musste lediglich in einem Fall Gummischrot eingesetzt werden, als Demonstrierende versuchten, mit einem Traktor eine Polizeisperre zu durchbrechen.

Links zum Artikel:

Mehr Informationen Medienmitteilung der Aktion Freiraum.


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