«Wir haben eine zweite Liechtensteiner Bank im Visier», zitierte die «Süddeutsche Zeitung» einen Bochumer Oberstaatsanwalt. Bisher war nur bekannt, dass die Fahnder über eine Datei der Fürstenbank LGT Group verfügen.
Um welche Bank es sich handelt, blieb im Dunkeln. Der Oberstaatsanwalt schloss lediglich aus, dass das Belastungsmaterial die Liechtensteinische Landesbank betreffe.
Das den Behörden vorliegende Material besteht laut dem Magazin «Spiegel» alleine beim LGT-Material aus 4527 Datensätzen der Fürstenbank über Stiftungen und Institutionen, darunter denen von etwa 1400 Deutschen.
Mittlerweile haben deutsche Behörden 700 Ermittlungsverfahren gegen mutmassliche Steuerhinterzieher eingeleitet. Zudem stehen bis zu 20 Mitarbeiter deutscher und liechtensteinischer Finanzinstitutionen im Verdacht, an Steuersparmodellen mitgearbeitet zu haben.
Hauptsitz der LGT Bank am Montag in Vaduz. /

Ex-Mitarbeiter als Daten-Dieb
Bei dem Dieb der LGT-Daten, die er später dem Bundesnachrichtendienst (BND) verkauft hatte, handelt es sich nach Medienberichten doch um jenen ehemaligen Bankangestellten, der im Fürstentum bereits 2004 wegen Datendiebstahl vor Gericht gestanden hatte.
Die Magazine «Der Spiegel» und «Focus» berichteten, dass der 42-Jährige von der LGT beauftragt gewesen sei, das Papierarchiv zu digitalisieren. Deshalb habe er Zugang zu den sensiblen Daten gehabt.
Laut «Süddeutscher Zeitung» gab er sich bei seiner Kontaktaufnahme mit dem BND in einer E-Mail am 24. Januar 2006 als Frau aus und tarnte sich mit einem falschen Namen. Das Kanzleramt war laut «Spiegel» seit dem 14. Dezember 2006 informiert.