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Online-Videos stehlen Arbeitszeit

New York/Houston - Der Konsum von Online-Videos am Arbeitsplatz nimmt kräftig zu. Nachdem Unternehmen damit zu kämpfen hatten, dass ihre Mitarbeiter zunehmend mehr Zeit mit E-Mailverkehr, Chatten und anderen privaten Internetaktivitäten verbrachten, rauben nun die Videoportale wertvolle Arbeitszeit.

rr / Quelle: pte / Dienstag, 4. März 2008 / 21:45 h

So entdeckte nun etwa die US-Bestattungsfirma Carriage Services, dass 70 Prozent der 125 Mitarbeiter im Unternehmenshauptsitz regelmässig Videos auf Seiten wie YouTube und MySpace konsumieren. Wie das Wall Street Journal berichtet, liess der Technik-Administrator daraufhin umgehend den Zugang zu den betreffenden Seiten sperren. Carriage Services ist mit seinen videosüchtigen Mitarbeitern kein Einzelfall. Immer mehr Unternehmen kappen den Zugang zu Videoportalen, weil dadurch immer grössere Schäden für die Firmen entstehen.

Bandbreite ausgereizt

Laut Erhebungen von Nielsen Online werden in der Mittagszeit zwischen zwölf und 14 Uhr die meisten Internet-Videos konsumiert. Das ist gleichzeitig ein Zeitraum, in dem sich der Grossteil der Bevölkerung bei der Arbeit befindet. Das private Videovergnügen im Büro schlägt sich aber nicht nur auf die Produktivität nieder. Insbesondere kleinere Unternehmen, deren Technik nicht so umfassend ausgestattet ist, beklagen die Ausreizung ihrer limitierten Breitbandzugänge.



Viele Firmen blockieren unterdessen den Zugang zu Videoportalen. /

Das Downloadvolumen werde demnach häufig mit Videodateien zugemüllt und es bleibe keine Kapazität mehr für arbeitsrelevante Internetaktivitäten.

Sperren löst das Problem nicht

Die Unternehmen haben es jedenfalls mitunter schwer, schädigendes Surfverhalten zu unterbinden und gleichzeitig den Mitarbeitern nicht zu sehr auf die Füsse zu treten. Und selbst wenn der Zugang zu bestimmten Seiten oder Portalen einfach gesperrt wird, ist damit das Problem meist nicht gelöst. Denn im Gegenzug arbeiten inzwischen auch viele Unternehmen mit Videos im Internet, nutzen Downloaddienste oder Online-Telefonservices. Dabei einen Weg zu finden, «wichtige» Seiten zugänglich zu machen und «unwichtige» zu blockieren, stellt die Techniker oft vor eine unlösbare Herausforderung.

Gerichtsfälle

Häufig versuchen die Unternehmen vorab klare Verhältnisse zu schaffen und das private Surfen über Betriebsvereinbarungen zu regeln. Fälle exzessiver Internetnutzung am Arbeitsplatz sind inzwischen auch schon vor Gericht gelandet, weil Angestellte deshalb entlassen wurden. Aber nicht nur Arbeitgeber, auch Arbeitnehmer zeigen sich zunehmend verärgert. Während die eine Seite über finanziellen Schaden klagt, fühlen sich die Mitarbeiter immer häufiger überwacht und der Spionage des Chefs ausgeliefert.

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