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Alinghi-Oracle-Streit mutiert langsam zur Farce

Gespräche zwischen Alinghi und dem amerikanischen Herausforderer BMW Oracle am Sitz der Société Nautique de Genève (SNG) bezüglich des Austragungstermins des 33. America's Cup sind ergebnislos verlaufen.

dl / Quelle: Si / Mittwoch, 26. März 2008 / 17:33 h

Die Amerikaner drängen weiterhin auf eine Durchführung im Oktober dieses Jahres, während Alinghi am Mai 2009 als frühestem Termin festhält. Lucien Masmejan, der führende Rechtsvertreter der Titelhalters Alinghi, drückte in einem Communiqué seine Enttäuschung über die Haltung des gegnerischen Golden Gate Yacht Club (GGYC) aus: «Der GGYC verfolgte die gleiche Strategie wie letztes Jahr und kam mit einer vorgefassten Position an das Treffen, anstatt offen zu sein für Diskussionen und zu versuchen, eine Lösung im Einklang mit dem Beschluss von Richter Cahn (New York Supreme Court) zu finden.» Besonders frustriert ist die SNG über die Aussage des GGYC, dass die vor Richter Cahn getroffene Abmachung, wonach der Titelverteidiger gemäss dem America´s-Cup-Reglement zehn Monate Zeit bekäme, nicht mehr gültig sei. Die Amerikaner haben schon mit dem Bau einer Jacht für diesen Herbst begonnen und behaupten, Alinghi habe genügend Zeit, ebenfalls rechtzeitig ein Boot zu bauen. Falls dies nicht der Fall wäre, solle die SNG mit einem bestehenden Boot antreten. In den Augen der Genfer ist dies «ganz klar eine Fortführung der GGYC-Strategie, den America´s Cup um jeden Preis zu gewinnen, denn das Rennen wäre lächerlich unausgeglichen.



Alinghi zeigt sich enttäuscht vom Verhalten der Herausforderer BMW Oracle. /

Es wäre genau das Gegenteil der Renn-Action, die wir vom Wettkampf erwarten.»

Alinghi: «Für uns ist es unmöglich»

Masmejan wurde gegenüber der Sportinformation deutlich: «Für uns ist es unmöglich, für 2008 ein Boot zu bauen, das eine echte Regatta ermöglicht. Wir könnten eines nehmen, das auf dem Genfersee ist und einige Änderungen machen, aber das wäre etwa so, wie wenn ein Ferrari gegen einen Golf GTI antritt. Ich vermute, dass die Amerikaner seit Oktober, spätestens seit November am Boot bauen.» Es ist wahrscheinlich, dass Alinghi den Fall zurück an Richter Cahn gibt. Masmejan sieht kaum eine andere Lösung: «Wir können vorher noch Larry Ellison anrufen und schauen, ob er es anders sieht als sein Team, aber sonst sehe ich keine andere Lösung.» Was würde passieren, wenn Alinghi von den Richtern gezwungen würde, doch 2008 anzutreten? Masmejan zur »ultima ratio«: «Ich hoffe immer noch stark, dass die US-Richter unsere Problematik verstehen. Sonst haben wir eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten: Wir nehmen das Boot auf dem Genfersee, machen die Änderungen und treten an. Oder wir überlegen uns, ob wir überhaupt verteidigen wollen.»

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