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Hunderttausende vom Hungertod bedroht

Seoul - Im kommunistischen Nordkorea sind nach Angaben einer Hilfsorganisation hunderttausende Menschen akut vom Hungertod bedroht. Die Situation sei mittlerweile wieder so schlecht wie während der Hungersnot Mitte der 90er Jahre.

tri / Quelle: sda / Freitag, 9. Mai 2008 / 16:16 h

Dies meldete die buddhistische Gruppe «Good Friends» in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul unter Berufung auf einen Funktionär der nordkoreanischen Arbeiterpartei. Es sei nur noch eine «Frage der Zeit», bis Menschen in grosser Zahl an Hunger sterben, hiess es im Wochenbericht der Hilfsorganisation. In den 90er Jahren waren nach Schätzungen ein bis zwei Millionen Menschen des ostasiatischen Landes dem Hunger zum Opfer gefallen. Nach Angaben des Leiters von «Good Friends», des Mönches Pomnyun, könnten 200'000 bis 300'000 Menschen bereits in den nächsten zwei Monaten vom Hunger dahingerafft werden, falls Soforthilfe aus dem Ausland ausbleibe.



Der Hungertod sei nur noch eine «Frage der Zeit», so ein Funktionär. (Symbolbild) /

Jahrelange Misswirtschaft Dies sagte der Mönch laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einem Besuch in Washington. «Good Friends» liegen nach eigenen Angaben Informationen vor, wonach Dorfbewohner in der Umgebung der rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Pjöngjang gelegenen Stadt Sariwon verhungert seien. Jahrelange Misswirtschaft, Naturkatastrophen und der Verlust der Unterstützung durch die frühere Sowjetunion gelten als Hauptursachen für die Nahrungsknappheit im abgeschotteten Land. Die USA hatten Nordkorea ungeachtet des Streits um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm neue Nahrungsmittelhilfen angeboten. Nordkorea hatte bisher in diesem Jahr darauf verzichtet, Südkorea als einem der grössten Geber in den vergangenen Jahren um neue Reislieferungen zu bitten.


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