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Arktis-Staaten beraten über Gebietsansprüche

Ilulissat - Die fünf Anrainerstaaten der Arktis wollen kein Wettrennen um die gigantischen Bodenschätze am Nordpol. Stattdessen wollen sie ihren Streit um Gebietsansprüche unter UNO-Regie nach geltenden rechtlichen Normen lösen.

bert / Quelle: sda / Mittwoch, 28. Mai 2008 / 23:35 h

Eine entsprechende gemeinsame Willenserklärung kündigte der dänische Aussenminister Per Stig Moeller in Ilulissat auf Grönland am ersten Regierungstreffen über die Nutzung der Polarregion an. Norwegens Aussenminister Jonas Gahr Stoere meinte: «Keiner der fünf beteiligten Staaten will, dass die existierenden Regelwerke ausser Kraft gesetzt werden.»

Schnelles Handeln gefordert

Die beiden skandinavischen Vertreter sowie der russische Aussenminister Sergej Lawrow betonten, dass es kein «Wettrennen» von Staaten um Besitzansprüche am Nordpol geben werde. Die Klimaerwärmung macht eine rasche Regelung nötig: Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit noch unentdeckten Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, die sich durch die Gletscherschmelze bald ausbeuten lassen. Ebenso wie Dänemark, Norwegen und Russland hat auch Kanada Territorialansprüche vor der UNO-Seerechtskommission geltend gemacht. Bei den USA war bisher noch unklar, in welcher Form dies geschehen würde, weil Washington die Seerechtskonvention nicht ratifiziert hat.

Verantwortung übernehmen

Grönlands Regierungschef Hans Enoksen sagte bei der Eröffnung des eintägigen Treffens, die Minister müssten sich ihrer Verantwortung gegenüber den Folgen des Klimawandels bewusst sein.



Das UNO-Recht solls klären. - Wem gehört die Arktis? /

Diesen könne man so klar wie kaum anderswo auf der Welt in der Bucht vor Ilulissat studieren. Dort ist schon ein Grossteil der Eisberge verschwunden. Grönland ist weitgehend autonom, wird aber in einer «Reichsgemeinschaft» aussen- und sicherheitspolitisch von Dänemark vertreten. Wer die unter dem Polar-Eis versteckten Rohstoffe nutzen darf, ist umstritten. Jedem der fünf Anrainerstaaten steht nach internationalem Recht eine 200-Seemeilen-Zone vor der Küste zur ausschliesslichen wirtschaftlichen Nutzung zu. Die Gebietsansprüche für 1,2 Millionen Quadratkilometer sind dagegen nicht geregelt - und bieten jede Menge Gründe für Streitigkeiten zwischen den Ländern.

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