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Gaddafi-Sohn streitet alle Vorwürfe ab

Genf - Hannibal Gaddafi, Sohn des libyschen Staatschefs, und seine Ehefrau sind in Genf nach zwei Nächten gegen Kaution aus der Polizeihaft entlassen worden. Sie sind wegen einfacher Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung zweier Hausangestellten angeklagt.

ht / Quelle: sda / Donnerstag, 17. Juli 2008 / 22:07 h

Die beiden Opfer, eine Tunesierin und ein Marokkaner, sind Hausangestellte des Ehepaars. Beide würden zwar Verletzungen aufweisen, die sie mit einem Artzzeugnis belegen können, sagte Gaddafis Anwalt, Robert Assaël, nach der zweistündigen Anhörung vor dem Genfer Untersuchungsrichter gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Ehepaar Gaddafi habe jedoch bestritten, diese verursacht zu haben, sagte Assaël weiter. Das von Assaël am selben Tag eingereichte Haftentlassungsgesuch wurde nur wenige Stunden später gutgeheissen. Für Bilal Gaddafi, genannt Hannibal, wurde eine Kaution in der Höhe von 200'000 Franken hinterlegt, für seine Ehefrau gar 300'000 Franken, da sie mit schwereren Vorwürfen belastet werde, sagte Paul Gully-Hart, ein weiterer Anwalt Gaddafis, gegenüber der SDA. Das Ehepaar befindet sich seither wieder auf freiem Fuss.

In Hotel festgenommen

Die Eheleute Gaddafi waren am Dienstag im Genfer 5-Sterne-Hotel «Président Wilson» festgenommen worden. Angestellte des Genfer hätten die Polizei informiert, sagte François Membrez, Anwalt der beiden Opfer, der SDA. Hannibal Gaddafi hatte bereits 2005 Schlagzeilen gemacht, als er in Paris wegen mutmasslicher Misshandlung seiner Begleiterin in zwei Luxushotels festgenommen wurde. Zweifelhaften Ruhm erlang er zudem, indem er mit 140 Stundenkilometern die Pariser Champs Elysées entlangraste.

«Keine Fluchtgefahr»

Es bestehe keinerlei Fluchtgefahr, sagte der Anwalt Robert Assaël der SDA nach der zweistündigen Anhörung der Parteien vor dem Genfer Untersuchungsrichter. Erstens streite sein Klient alle ihm vorgeworfenen Taten ab.



Hannibal Gaddafi ist nun doch auf freiem Fuss. /

Zweitens werde dessen im neunten Monat schwangere Ehefrau - welcher dieselben Tatbestände vorgeworfen werden - innert Kürze ein Kind gebären.

«Unverschämte Worte»

Laut Assaël hat eines der beiden Opfer, ein marokkanischer Hausangestellte des Ehepaars Gaddafi, inzwischen ein Asylgesuch eingereicht. Die Anzeige, welche dieser am Montagmorgen nach einer ärtzlichen Untersuchung eingereicht habe, sei nur «ein Ränkespiel zur Erlangung von Asyl». Dies sind «unverschämte Worte», sagte Anne-Marie von Arx-Vernon, welche in diesem Fall von «moderner Sklaverei» spricht. Die Genfer CVP-Grossrätin und Mitglied einer Vereinigung zur Bekämpfung von Menschenhandel hat die beiden Hausangestellten getroffen. Die Eheleute Gaddafi waren am Dienstag im Genfer 5-Sterne-Hotel «Président Wilson» festgenommen worden. Angestellte des Genfer hätten die Polizei informiert, sagte François Membrez, Anwalt der beiden Opfer, der SDA.

Kein Kommentar vom EDA

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) kommentierte die Geschichte unter Verweis auf die Gewaltenteilung nicht. Das Aussenministerium werde von den Genfer Strafverfolgungsbehörden auf dem Laufenden gehalten, erklärte EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat. Auf diplomatischer Ebene habe die Schweiz gegenüber den libyschen Behörden die gewünschten Erklärungen zum Schweizer Recht abgegeben.

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