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Anklage gegen Gaddafi: Richter bereut nichts

Genf - Der Genfer Untersuchungsrichter Michel-Alexandre Graber, der Hannibal Gaddafi angeklagt und damit die Krise zwischen der Schweiz und Libyen ausgelöst hat, bereut seinen Entscheid nicht. Er will das Verfahren in aller Unabhängigkeit fortsetzen.

bert / Quelle: sda / Mittwoch, 30. Juli 2008 / 12:45 h

«Ich bereue es nie, das Gesetz angewandt zu haben», sagt der Richter in einem Interview mit der Westschweizer Zeitschrift «Illustré» zur Festnahme des jüngsten Sohns des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi und seiner Frau Aline. Die Ermittlungen und Anhörungen hätten genügend Elemente zur Begründung der Anklage geliefert. Die Genfer Polizei habe zudem beim Bund die Frage einer möglichen diplomatischen Immunität von Hannibal Gaddafi abgeklärt, sagt Graber weiter.

Dauer gerechtfertigt

Der Richter hält auch die Dauer der Untersuchungshaft - 48 Stunden - für gerechtfertigt. Diese war von der libyschen Regierung kritisiert worden. Sogar für zu schnelles Fahren würden manchmal 48 Stunden Untersuchungshaft angeordnet, macht Graber geltend.



Michel-Alexandre Graber hält auch die Dauer der Untersuchungshaft für gerechtfertigt. /

Die nächste Anhörung des Ehepaares Gaddafi wird nicht vor September stattfinden. Aline Gaddafi ist im neunten Monat schwanger; die Geburt ihres Kindes steht unmittelbar bevor. Motassim Bilal Gaddafi, der sich Hannibal nennt, und seine Frau waren am 15. Juli im Genfer Hotel Président Wilson verhaftet worden. Sie sollen zwei ihrer Hausangestellten verprügelt haben. Das Ehepaar wurde nach der Zahlung einer Kaution in der Höhe von 500'000 Franken freigelassen.

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