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Falsche e-Flugtickets: Einreise gelingt selten

Zürich - Am Flughafen Zürich versuchen immer wieder Leute mit Hilfe von falschen e-Flugtickets illegal in die Schweiz einzureisen. An sich ein aussichtsloses Unterfangen, wird es aber vor allem von Afrikanern dieses Jahr häufiger versucht.

von Barbara Knopf / Quelle: sda / Freitag, 15. August 2008 / 11:18 h

Auf den ersten Blick scheint das System genial: Die Person X will aus dem Land A ins visumpflichtige Land B - in diesem Fall die Schweiz - einreisen. Hat er ein Flugticket von A nach B, aber kein Visum, kann er gar nicht erst abfliegen. Via Internet bucht X also einen Flug von A nach C (wo er kein Visum braucht) mit Zwischenhalt in B. Er druckt das Ticket aus - dann annulliert er den Flug. Mit dem nun nicht mehr gültigen Ticket kann er das Land A verlassen. Damit er einen Platz im Flugzeug hat, kauft er ein echtes Ticket von A nach B. Die Reise von X wird unweigerlich in Zürich zu Ende sein, sagt eine Sprecherin der Zürcher Kantonspolizei. Der Reisende könne in den Transitbereich des Flughafens hinein, dürfe diesen aber nicht verlassen.

Zahlen relativiert

In den ersten sechs Monaten 2008 hat die Zürcher Flughafenpolizei 20 Fälle von falschen e-Tickets registriert. Im ganzen Jahr 2007 waren es deren elf. Angesichts der hunderttausenden von Reisenden seien diese Zahlen verschwindend klein, relativiert eine Polizeisprecherin. Die meisten Migranten, die so illegal in die Schweiz einreisen wollen, kommen aus Afrika, einige aus China. Sie werden umgehend dahin zurückgeschafft, wo sie herkommen.



In sechs Monaten wurden 20 Fälle registriert. /

Auf Kosten der Fluggesellschaft, die sie in die Schweiz gebracht hat.

Kaum «Gratisflüge»

Welche Gesellschaften das sind, sagt die Polizei nicht. Immerhin: Mit Swiss pflege man eine «intensive Zusammenarbeit». Laut Polizei handelt es sich bei den anderen traditionellen Fluggesellschaften um Einzelfälle. Von den Billigfluglinien gebe es keine Informationen. Neben den falschen Tickets für die illegale Einreise, gibt es auch Fälschungen mit dem Ziel, gratis zu fliegen. Von diesen Fällen erfährt die Polizei aber selten. Und bei Swiss will man keine Auskunft zu Falsch-Tickets geben. Immerhin werden einzelne Fälle eingeräumt.

Nur noch e-Tickets

Seit dem 1. Juni diesen Jahres ist Swiss vollständig zu e-Tickets übergegangen. Beim Einchecken braucht man den Ausdruck nicht vorzuweisen, ein persönlicher Ausweis genügt. Mit einem falschen Billett könne man aber nicht an Bord einer Maschine, versichert eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Andere Fluggesellschaften, bei denen die Nachrichtenagentur SDA nachgefragt hat - etwa Air France, Lufthansa und Easy Jet - haben nach eigenen Angaben keine Kenntnis von e-Ticket-Betrügereien. Und auch an den Flughäfen Genf und Basel heisst es: Das kennen wir nicht.

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