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Bilanz der «Usain-Bolt-Spiele»Die olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe 2008 in Peking gehen als Usain-Bolt-Spiele in die Geschichte ein. Der Gold- und Weltrekord-Rush des 22-jährigen Jamaicaners machte das grossartige Vogelnest noch einmaliger.von Peter A. Frei und Hans Leuenberger / Quelle: Si / Montag, 25. August 2008 / 11:51 h
Bolts Vorstellungen über 100 m, 200 m und in der 4x100-m-Staffel Jamaicas, jeweils in Weltrekordzeiten, liessen sogar das geplatzte Duell zwischen dem chinesischen Nationalhelden Liu Xiang und dem Kubaner Dayron Robles über 110 m Hürden vergessen.
Selten hat ein Athlet so viele Menschen unglücklich gemacht (in diesem Fall Hunderte Millionen Chinesen) wie Liu, als er im Vorlauf wegen Verletzung aufgeben musste.
Neben Bolt, der die neuen Rekordmarken auf 9,69 (100 m), 19,30 (200 m) und 37,10 (4x100 m/Jamaica) fixiert und damit in der 112-jährigen Geschichte der modernen Olympischen Spiele Einmaliges geleistet hat, verblassten sogar die doppelten Goldgewinner aus Äthiopien, Kenenisa Bekele und Tirunesh Dibaba (jeweils 5000 und 10'000 m).
Doping-Missbehagen Ungetrübte Freude allerdings wollte bei der Bolt-Show nicht aufkommen. Wenn es sich einer beim 100-m-Rekordlauf leisten kann, hüpfend und dem Publikum zuwinkend die Ziellinie zu überqueren, und andererseits eine Leichtathletik-Nation wie Deutschland mit bloss einer Bronze-Auszeichnung in der Statistik erscheint, dann drängt sich die Vermutung auf, dass nicht überall mit gleichen (Doping-)Ellen gemessen wird. Neuerdings kommen Dopingvorwürfe nicht mehr nur von Funktionären oder frustrierten Fans, sondern von Athletinnen und Athleten selbst. Im Gegensatz zu Athen, wo drei Olympiasieger während den Spielen des Dopings überführt worden waren, blieb Peking diese Schmach erspart. «Nur» Siebenkämpferin Ljudmila Blonska (Ukr) musste ihre Silbermedaille zurückgeben.Jamaica rückt vor Im Sog von Usain Bolt hat sich die jamaicanische Sprintertruppe in Peking zur Grossmacht entwickelt. Die Kurzstreckenläuferinnen und -läufer aus der Karibik-Insel (2,7 Millionen Einwohner) waren die Hauptverantwortlichen dafür, dass die seit Jahren überlegene Leichtathletik-Nation USA in den prestigeträchtigen Disziplinen bös Federn lassen musste. Spannt man den Bogen allerdings über alle 47 Disziplinen, so bleibt die Vormacht der Amerikaner unbestritten. Bei den Spielen 2004 in Athen hatten sie 25 Medaillen (8/12/5) gewonnen, diesmal waren es 23 (7/9/7). Die Wettkämpfe in dem stets mit 91'000 Zuschauern gefüllten Nationalstadion brachten etliche Favoritenstürze. Die wohl saftigste Überraschung gelang am Schlussabend der belgischen Hochspringerin Tia Hellebaut mit dem Sieg über die Dominatorin Blanka Vlasic. Während die unterlegene Kroatin mit 2,05 im zweiten Versuch immerhin eine Top-Leistung erbrachte, kamen andere Favoriten überhaupt nicht auf Touren.US-Tiefschläge Insbesondere zahlreiche US-Athleten und -Athletinnen mussten Tiefschläge einstecken. In den Vorläufen auf der Strecke blieben die beiden 4x100-m-Staffeln, Sprint-Ass Tyson Gay und Bernard Lagat über 1500 m. Final-Niederlagen erlitten Kerron Clement über 400 m Hürden sowie wie Sanya Richards, Allyson Felix und Torri Edwards über 400, 200 und 100 m. Lolo Jones strauchelte im Hürdensprint, in Führung liegend, an der neunten Hürde, und Kugelstösser Adam Nelson leistete sich drei Nuller. Mehr erwartet worden war auch von Juri Borsakowski (Halbfinal-Out über 800 m), Sprint-Ass Asafa Powell (5. über 100 m) oder Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler (9.). Aus heiterem Himmel kamen neben dem Sieg Hellebauts auch die Erfolge von Shelly-Ann Fraser (Jam) über 100 m, Dreispringerin Françoise Mbango Etone (Kam) und von Kugelstösser Tomasz Majewski (Pol).Statistik Sweeps (Dreifachsiege). Männer. 400 m: USA. 400 m Hürden: USA. Bolt küsst im Ziel den 9,69-Sekunden-Schuh.
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![]() -- Frauen. 100 m: Jamaica. Weltrekorde (5). Männer. 100 m: Usain Bolt (Jam) 9,69. -- 200 m: Bolt 19,30. -- 4x100 m: Jamaica 37,10. -- Frauen. 3000 m Steeple: Gulnara Galkina (Russ) 8:58,81. -- Stab: Jelena Isinbajewa (Russ) 5,05. Europarekorde (2). Frauen. 10'000 m: Elvan Abeylegesse (Tür) 29:56,34. -- Speer. Barbora Spotakova (Tsch) 71,24. -- Kontinentalrekorde: 17. -- Landesrekorde: 89. Weltmeister 2007, die Olympiasieger wurden. Männer (5): Kenenisa Bekele (Äth/10'000 m), Brimin Kipruto (Ken/3000 m Steeple), Irving Saladino (Pan/Weit), Nelson Evora (Por/Drei), Gerd Kanter (Est/Diskus). -- Frauen (6): Christine Ohuruogu (Gb/400 m), Tirunesh Dibaba (Äth/10'000 m), Jelena Isinbajewa (Russ/Stab), Valeri Vili (Neus/Kugel), Barbora Spotakova (Tsch/Speer), Olga Kaniskina (Russ/20 km Gehen). Olympiasieger 2004, die erneut Gold gewannen. Männer (2): Bekele (10'000 m), Andreas Thorkildsen (No/Speer). -- Frauen (3): Veronica Campbell-Brown (Jam/200 m), Isinbajewa (Stab) und Françoise Mbango Etone (Kam/Drei).
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