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«iTunes ist die Todesglocke der Musikindustrie»Cupertino - Apples Online-Musik-Service iTunes hat sich seit seinem Start vor mittlerweile fünf Jahren mit fünf Mrd. verkaufter Songs zu einer wahren Erfolgsgeschichte für die Musikbranche entwickelt. Doch der Erfolg von Apples Online-Store hat auch seine Schattenseiten, wie das Wall Street Journal berichtet.dl / Quelle: pte / Freitag, 29. August 2008 / 09:14 h
Es zeichne sich ab, dass eine zunehmende Zahl von Plattenfirmen versucht, ihre Künstler aus dem Angebot des Musik-Stores zu nehmen.
Hintergrund ist der Umstand, dass viele Musiklabels die Marktdominanz von iTunes inzwischen als eine potenzielle Bedrohung für den Gesamtmusikmarkt empfinden.
Vor allem in den USA würden laut Brancheninsidern zur Zeit an die 90 Prozent der digitalen Musikdownloads über den Apple-Service stattfinden.
Ein weiterer Grund für die wachsende Skepsis der Branche ergibt sich auch aus den spezifischen iTunes-Richtlinien, die den ausschliesslichen Verkauf kompletter Alben grossteils nicht zulassen. Der forcierte Einzelverkauf von Songs wirke sich in vielen Fällen negativ auf die gesamten Verkaufsumsätze aus, kritisieren Labelvertreter.
Musikgeschäft in ein Single-Geschäft verwandelt «Die Dominanz von iTunes hat das Musikgeschäft in ein Singles-Geschäft verwandelt», erklärt Ken Levitan, Manager des US-Rockstars Kid Rock, gegenüber dem Wall Street Journal. Die zunehmende Beliebtheit des Online-Stores sei «bei weitem kein Segen», sondern eher «Teil der Todesglocke für die Musikindustrie». Levitan habe das aktuelle Album seines Klienten namens «Rock 'n Roll Jesus» absichtlich von den virtuellen Regalen des iTunes-Store ferngehalten und es habe sich trotzdem bislang mit 1,7 Mio. Kopien sehr erfolgreich verkauft. «Wenn das Album in der Art und Weise angeboten worden wäre, wie es iTunes vorsieht, würde das ganz anders aussehen. Die Album-Verkaufszahlen hätten nie diesen Wert erreicht und die Nutzer hätten sich lediglich den beliebtesten Song daraus per 99-Cent-Download heruntergeladen», ist Levitan überzeugt.Der Kampf gegen die rückläufigen Verkaufszahlen Seitdem im Jahr 2000 die Zahl der Filesharing-Plattformen im Internet sprunghaft angestiegen ist, kämpft die Musikindustrie mit rückläufigen Verkaufszahlen. «In den vergangenen sechs Monaten entfielen 20,3 Mio. Downloads auf einzelne Songs», so Birgmeier, Pressesprecher bei media control. (Symbolbild) /
![]() Der Start von Apples iTunes-Store 2003 galt lange Zeit als ein potenzieller Hoffnungsschimmer, um dieser Entwicklung entgegenwirken zu können. Die Umgehung von iTunes widerspricht in dieser Hinsicht eigentlich der Logik der Musikindustrie, die zunehmend darauf hofft, dass legale digitale Downloads in naher Zukunft die CD als Verkaufsformat ablösen werden. Dass der Markt für legale Musikdownloads nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande zunehmend an Bedeutung gewinnt, beweisen aktuelle Zahlen von media control GfK. Demnach wurde in Deutschland mit 22,3 Mio. Downloads in den ersten sechs Monaten 2008 so viel Musik aus dem Netz geladen wie nie zuvor. Postive Entwicklung wird anhalten «Wir gehen davon aus, dass die positive Entwicklung weiter anhält», erklärt Sven Birgmeier, Pressesprecher bei media control. Dieser Markt sei derzeit überwiegend ein Einzeltrack-Geschäft. «In den vergangenen sechs Monaten entfielen 20,3 Mio. Downloads auf einzelne Songs», so Birgmeier. Welche Download-Portale und -Anbieter derzeit die beliebtesten sind, will der media-control-Sprecher aber nicht öffentlich kommentieren. Man unterliege hier vertraglich der Schweigepflicht und dürfe daher keine Angaben zu den Marktanteilen machen, begründet Birgmeier.
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