Die dreijährige Matina Shakya sei in einer Reihe von religiösen Zeremonien zur «Royal Kumari» erhoben worden, hiess es. Die Ernennung fand um 11:39 Uhr Ortszeit statt, da Astrologen diesen Zeitpunkt als den günstigsten für die Zeremonie ermittelt hatten.
Dutzende Menschen säumten die Strassen, als Angehörige die neue lebende Göttin durch Kathmandus Altstadt vom Haus ihrer Familie zu dem Palast trugen, in dem sie die nächsten Jahre abgeschieden leben wird.
Die Tradition schreibt vor, dass die «Royal Kumari» ihren Palast nur wenige Male pro Jahr für religiöse Zeremonien verlässt. Vor einigen Monaten entschied das Oberste Gericht Nepals, dass die lebende Göttin auch das Recht auf regelmässigen Schulbesuch hat.
Mit der Pubertät ist Schluss
Laut Matinas Vater soll seine Tochter Privatunterricht bekommen.
Die Dreijährige tritt in Nepal das Amt als lebende Göttin «Royal Kumari» an. /


Ihre Familie dürfe sie jedoch jederzeit besuchen. Matina Shakya ist die Tochter eines Uhrmachers und war von einem Ausschuss als Nachfolgerin der bisherigen «Royal Kumari» ausgewählt worden.
Diese ist zwölf Jahre alt und nähert sich damit der Pubertät, eine Zeit, ab der sie den Gläubigen als «unrein» gilt. Sie war in Tränen aufgelöst, als sie aus dem Palast geführt und zu ihrer Familie zurückgebracht wurde, um der neuen «Royal Kumari» Platz zu machen.
Um «Kumari» («Jungfrau») zu werden, muss ein Mädchen 32 sehr strenge Kriterien erfüllen. Dazu gehören eine «Brust wie ein Löwe», «Beine wie ein Reh» und das Bestehen diverser Prüfungen wie ein Aufenthalt in einem Raum mit toten Opferbüffeln, währenddessen die Kandidatin nicht weinen darf.