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Krise vergällt Schweizern die Reiselust vorläufig nichtBern - Trotz Finanzkrise und unsicherer Wirtschaftslage verspüren Schweizerinnen und Schweizer weiterhin Lust aufs Reisen. Weder in Reisebüros noch in Wintersportorten gehen die Buchungen zurück, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA zeigt.Jean-Philippe Rutz / Quelle: sda / Sonntag, 26. Oktober 2008 / 08:39 h
«Die Menschen wollen weg. Sie haben Ferien nötig und sie interessieren sich für Reisen», stellt Roland Schmid fest, Sprecher von TUI Schweiz. Doch wenn es ans Entscheiden und Buchen gehe, lasse die konjunkturelle Unsicherheit die Kunden ein wenig zögern.
Geld vorhanden «Geld haben die Menschen zwar, aber sie wollen beobachten, wie sich die Situation entwickelt», sagt auch Peter Brun, Sprecher von Kuoni. Er schätzt, dass Konsumentinnen und Konsumenten eher am Auto oder an den Möbeln sparen, als dass sie ihr Ferienbudget kürzen. Zurzeit verspüren die Reisebüros aber kaum Rückgänge. Hotelplan vermeldet gar eine leicht höhere Nachfrage nach Winterdestinationen und Kreuzfahrten, wie Sprecherin Barbara Lanz sagte. Der Branchenverband hotelleriesuisse hat sich bei einer Reihe von Betrieben umgehört. «Beim Tourismus hat die Krise keine sichtbaren Folgen», sagt hotelleriesuisse-Direktor Christoph Juen. Er sei eher zuversichtlich.Klassiker von Ägypten bis Australien Auch dass Reisehungrige eher günstigere Ziele wählen, lässt sich nicht sagen. Gebucht werden Klassiker wie Ägypten, Thailand, Vietnam, Indonesien, die Karibik, die Malediven, die Kanarischen Inseln und Australien. Trotz Finanzkrise gönnen sich die Schweizer ihre Ferien. /
![]() Laut TUI-Sprecher Schmid ist Luxus weiterhin gefragt. Die Folgen des gefallenen Euro-Kurses analysieren die Branchenkenner unterschiedlich. Hotelplan rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Städtereisen und Weihnachtsshopping. TUI hat bereits in den Herbstferien eine steigende Nachfrage nach Reisen in europäische Städte festgestellt. Guter Buchungsstand in Skistationen Dagegen ist Kuoni-Sprecher Peter Brun der Meinung, dass für ein verlängertes Wochenende in einer Stadt eine Preisdifferenz von 10 bis 15 Prozent den Entscheid nicht beeinflusst. Dagegen könne der Euro-Kurs bei Badeferien im nächsten Sommer, die etwas länger dauerten, eine Rolle spielen. Auch Schweizer Skistationen spüren die Krise derzeit nicht. In Grindelwald, Wengen und Mürren etwa läuft das Geschäft in normalem Rahmen, wie Marina Tonn, Sprecherin der Jungfrau Region Marketing AG, sagte. Mit einer Ausnahme: Aus den USA und aus Russland haben sich weniger Wintergäste angemeldet als im Vorjahr. In den Bündner Ferienorten sah es gemäss einer Umfrage des Dachverbandes Graubünden Ferien von Anfang Oktober gut aus. Die mittel- und langfristigen Buchungen lägen im Rahmen des Vorjahres oder sogar darüber, sagte Sprecher Gieri Spescha.Keine Zukunftsprognose Positiv tönt es auch in den Walliser Stationen Verbier und Crans-Montana. Eine vor kurzem durchgeführte Umfrage bei britischen Reiseunternehmen habe gezeigt, dass der Buchungsstand ziemlich normal sei, sagte Pierre-Yves Délèze, Direktor des Verkehrsbüros von Verbier. Einen Ausblick in die Zukunft wagten die Befragten aber nicht. Angesichts der volatilen Börse sei es schwierig, ja unmöglich, eine Aussage zur künftigen Entwicklung zu machen, hiess es übereinstimmend. Bis Ende Jahr sollte die Lage positiv bleiben, sagte eine Sprecherin von Schweiz Tourismus lediglich.
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