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Ruanda weist deutschen Botschafter aus

Kigali - Ruanda hat aus Protest gegen die Verhaftung seiner Protokollchefin in Frankfurt den deutschen Botschafter in Kigali vorübergehend ausgewiesen.

tri / Quelle: sda / Dienstag, 11. November 2008 / 20:14 h

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, der Botschafter werde Ruanda verlassen und zu Konsultationen nach Berlin reisen. Die ruandische Regierung erklärte, die Ausweisung des Botschafters bedeute nicht den Abbruch der Beziehungen. «Es ist kein permanenter Schritt.» Ruanda berief zudem seinen eigenen Botschafter in Deutschland, Eugène Gasana, «zu Beratungen» zurück. Ruandas Präsident Paul Kagame kritisierte Deutschland wegen der Festnahme seiner Protokollchefin scharf. Dass die Bundespolizei auf dem Frankfurter Flughafen Rose Kabuye festgenommen habe, sei eine Verletzung der Souveränität, sagte er in Frankfurt.



Der deutsche Botschafter Christian Clages wurde ausgewiesen. /

Beziehungen belastet Die Festnahme werde die Beziehungen zwischen Ruanda und Deutschland sowie Frankreich belasten. Auch auf die Zusammenarbeit Ruandas mit der Europäischen Union bei der Lösung der Krise im Kongo werde die Festnahme Auswirkungen haben. Kabuye war am Sonntag aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. In Frankreich, das den Haftbefehl erwirkt hatte, wird gegen sie wegen des Todes des früheren Präsidenten Juvenal Habyarimana beim Abschuss seines Flugzeugs im Jahr 1994 ermittelt. Frankreich wirft Kagame und seiner damaligen Miliz Ruandische Patriotische Front vor, das Flugzeug des Hutu Habyarimana abgeschossen zu haben. Dessen Tod löste einen Massenmord an Tutsi und moderaten Hutus aus.

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