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Panne: SBB will Cisalpino-Wartung in der Schweiz

Bern - Die Kritik an den Cisalpino-Zügen nimmt nach der Panne im Lötschberg-Basistunnel zu. Der Eisenbahnerverband fordert den Einsatz von Schweizer Zügen anstelle der Cisalpini. Die SBB denkt derweil an die Verlagerung der Wartung in die Schweiz.

ht / Quelle: sda / Dienstag, 23. Dezember 2008 / 10:58 h

Die Fahrgäste und das Zugspersonal hätten das Vertrauen in die Cisalpino-Züge verloren, hielt der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) fest. Die in Italien durchgeführte Wartung der Züge entspreche nicht den schweizerischen Anforderungen. Solange die Zuverlässigkeit nicht stimmt, müssen deshalb nach Ansicht des SEV die Cisalpino-Neigezüge durch konventionelle Schweizer Züge ersetzt werden. Dieser Forderung erteilt die SBB aber eine Absage: Dafür fehle das Rollmaterial.

«Problem in Mailand»

Die Wartungsprobleme will die SBB aber angehen. Das Problem liege beim Grossunterhalt, der in Mailand durchgeführt werde, teilte die SBB mit.



Auf das Nachfolgemodell ETR 610 wartet die SBB schon seit zwei Jahren. /

«Die SBB ist der Überzeugung, dass der italienische Wartungspartner seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt», heisst es in einer Mitteilung. Deshalb will sich die SBB bemühen, die Wartung in die Schweiz zu verlagern. Allerdings stehen dieser Absicht die vertraglichen Abmachungen im Wege. Bereits seit Mitte 2008 wird laut Cisalpino-Sprecher Renzo Cicillini ein Teil der Wartung der Cisalpino-Züge in Basel durchgeführt - etwa der Unterhalt von Teilen im Wageninnern wie der Klimaanlage.

Warten auf ETR 610

Um die Schwierigkeiten in den Griff zu kriegen, habe die SBB zudem bereits Gegenmassnahmen ergriffen, heisst es weiter im Communiqué. Seit dem Fahrplanwechsel verkehrten öfter konventionelle Züge anstelle der Neigezüge. Cisalpino-Züge mit mehr als zehn Minuten Verspätung würden gleich durch Ersatzzüge ersetzt. Die letzte Panne mit einem Cisalpino ereignete sich am Montag, als der Cisalpino Mailand-Basel im Lötschberg-Basistunnel stecken blieb, weil die Funkverbindung zum Stellwerk ausfiel. Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor zwölf Jahren als Sorgenkinder. Auf den Nachfolgezug (ETR 610) des französischen Herstellers Alstom wartet die SBB seit zwei Jahren.

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