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Sri Lanka: Minister attackiert Schweizer Botschafter

Colombo - Sri Lankas Regierung hat genug von der internationalen Kritik am Vorgehen der Regierungstruppen gegen die tamilische Zivilbevölkerung. In einem Interview nahm Verteidigungsminister Gotabaya Rajapaksa unter anderem den Schweizer Botschafter ins Visier.

fest / Quelle: sda / Sonntag, 1. Februar 2009 / 13:33 h

Diplomaten wie er und der deutsche Botschafter würden «davongejagt», falls sie den LTTE-Rebellen einen «zweiten Wind» geben würden, sagte Rajapaksa der srilankischen Zeitung «Sunday Island». Er warf den westlichen Diplomaten vor, unverantwortlich zu handeln und Panik zu verbreiten. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte am Sonntag offiziell noch keine Kenntnis vom Interview, wie Sprecher Jean-Philippe Jutzi auf Anfrage erklärte. Einen Kommentar zur Kritik des Ministers gab er nicht ab. Die deutsche Regierung wies die Vorwürfe gegen ihren Botschafter zurück. «Mögliche Missverständnisse sollten im Dialog miteinander und nicht durch Drohungen gelöst werden», sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auch Nachrichtensender im Visier

Rajapaksa griff in dem Interview auch Nachrichtensender an, namentlich der US-Sender CNN, die britische BBC und der arabische Nachrichtenkanal Al-Dschasira.



Gotabhaya Rajapaksa warf den westlichen Diplomaten vor, unverantwortlich zu handeln und Panik zu verbreiten. /

Auch sie hintertrieben mit ihrer Berichterstattung die Arbeit der Sicherheitskräfte, die zurzeit davor stünden, den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) den «finalen Todesstoss» zu verpassen. Sri Lanka ist letzte Woche in die Kritik geraten, weil der Bürgerkrieg im Nordosten des Landes immer mehr Zivilistenleben fordert. Allein am Freitag sollen laut den Rebellen 28 Zivilisten getötet und 60 verletzt worden sein. Die Regierung wirft der LTTE vor, die Zivilisten im Kampfgebiet als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Hier seien besonders die UNO-Agenturen vor Ort und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) gefordert, sagte Rajapaksa im Interview. Sie sollten ihren Druck auf die Rebellen erhöhen, um den Zivilisten die Flucht aus dem Kampfgebiet zu ermöglichen.

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