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Dalai Lama: Dramatische Anklage gegen China

Lhasa - Zum 50. Jahrestag des Aufstandes in Tibet hat der Dalai Lama eine dramatische Anklage gegen China erhoben. Die Volksrepublik habe den Tibetern die Hölle auf Erden bereitet, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter.

ht / Quelle: sda / Dienstag, 10. März 2009 / 12:36 h

Dennoch strebe sein Volk nicht nach Unabhängigkeit, sondern nach einer rechtmässigen Autonomie. Seit dem Aufstand vom 10. März 1959 habe China den Tod von hunderttausenden Menschen verursacht und unaussprechliches Leid über die Himalaya-Region gebracht, sagte der Dalai Lama in seiner Ansprache vor rund 10'000 Anhängern im indischen Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exil-Regierung.

Weg der Gewaltfreiheit

Dabei strebten die Tibeter nach nichts anderem als nach einer Regelung, wie sie innerhalb der Volksrepublik leben könnten. «Ich habe keinen Zweifel, dass sich die gerechte Sache Tibets letztlich durchsetzen wird», sagte der 73-Jährige. Doch obwohl China seit den Unruhen im März vergangenen Jahres mit brutaler Gewalt auf Proteste der Tibeter reagiere, werde die Exil-Regierung auch in Zukunft am gewaltfreien «Weg der Mitte» festhalten, so der Dalai Lama weiter. Denn die Politik, sich im Dialog für Autonomie einzusetzen, werde von der grossen Mehrheit der Tibeter unterstützt.



Die Tibeter strebten nach einer Regelung um innerhalb Chinas zu leben, sagte der Dalai Lama. (Archivbild) /

Peking reagiert gereizt

Die chinesische Regierung reagierte gereizt auf die Rede des geistigen Oberhaupts der Tibeter. Das Aussenministerium in Peking warf ihm die «Verbreitung von Lügenpropaganda» vor. «Die Clique des Dalai Lama unterscheidet nicht das Richtige vom Falschen. Sie verbreitet Gerüchte», erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums. «Die demokratischen Reformen in Tibet sind die umfangreichsten und tiefgreifendsten in seiner Geschichte», fügte er hinzu.

Kundgebungen der Exil-Tibeter

Kurz nach der Rede des Dalai Lama zogen tausende Menschen mit Spruchbändern wie «Befreit Tibet» durch die Strassen von Dharamsala. Auch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi protestierten Hunderte Exil-Tibeter friedlich gegen die chinesische Besatzung.

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