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Ureinwohner-Proteste fordern über 40 Tote

Lima - Bei Zusammenstössen zwischen Polizei und Ureinwohnern sind in Peru offenbar mehr als 40 Menschen getötet worden. Angehörige von Demonstranten der Amazonas-Stämme meldeten 25 Tote, die Polizei 20 getötete Beamte.

sl / Quelle: sda / Samstag, 6. Juni 2009 / 14:47 h

Damit ist der seit fast zwei Monaten andauernde und bisher weitgehend friedliche Protest gegen die Erdölförderung eskaliert. Der Protest richtet sich gegen die Regierungspolitik, ausländische Energie- und Minenkonzerne in die Regenwälder zu locken, um die Bodenschätze auszubeuten. Dies bedroht die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung in der Amazonas-Region. Zunächst hatte die Polizei gestern mit Gewalt versucht, nahe der Stadt Bagua im Norden eine Strassenblockade von rund 2500 Ureinwohnern aufzulösen. Dabei wurden nach Behördenangaben 11 Beamte und 7 Demonstranten getötet. Einer ihrer Anführer sprach dagegen von 25 getöteten Ureinwohnern. Mehr als 100 Menschen wurden demnach verletzt.



Die Polizei schoss offenbar aus Helikoptern. /



Die Indios verlangen Mitsprache bei den Naturschätzen. /

Unabhängige Berichte aus der Region lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben der Protestierenden schoss die Polizei aus Helikoptern auf die Demonstranten. Die Ureinwohner sind nach ihren Angaben nur mit Speeren bewaffnet. Bereits am Donnerstag hatten aufgebrachte Indios 38 Polizisten bei einer Ölförderanlage bei Bagua als Geiseln genommen und die Anlage besetzt. Nach den Zusammenstössen bei der Strassenblockade drohten die etwa 1500 Besetzer damit, die Anlage in Brand zu setzen, wenn die Polizei die Gewalt nicht beende. Am Samstag versuchte die Armee offenbar die Beamten zu befreien - dabei starben nach Behördenangaben 9 Polizisten. Wie ein Polizist sagte, wurden nach dem Militäreinsatz noch 7 Polizisten vermisst. 22 von 38 gekidnappten Polizisten konnten demnach befreit werden.

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