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Dresdner Elbtal verliert UNESCO-Welterbetitel

Sevilla - Der jahrelange Streit um den Welterbetitel des Dresdener Elbtals ist entschieden: Wegen des Baus der Waldschlösschenbrücke verliert die Kulturlandschaft in Sachsen ihren Titel, wie das UNESCO-Welterbekomitee in Sevilla entschied.

smw / Quelle: sda / Donnerstag, 25. Juni 2009 / 19:49 h

Nach Ansicht der UNO-Organisation verschandelt das Bauwerk das Flusstal und zerstört die Kulturlandschaft mit ihren Flussauen. Einen Tunnel hätte das aus Vertretern von 21 Ländern bestehende Welterbekomitee als Kompromiss akzeptiert. Die Stadt Dresden hatte allerdings bis zuletzt gehofft, der Entscheid werde überhaupt vertagt bis zur Fertigstellung der Flussquerung im Jahr 2011. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte der UNESCO, dass sie einer Welterbestätte diese Bezeichnung wieder entzieht. 2007 hatte Oman wegen der Verkleinerung eines Naturschutzgebietes den Titel verloren. Um den Bau der Waldschlösschenbrücke, mit dem im November 2007 begonnen wurde, gab es in der Dresdner Politik und Öffentlichkeit heftige Auseinandersetzungen.



Dresden hatte bis zuletzt gehofft, der Entscheid werde vertagt. /

Eine breite Mehrheit der Bürger der Stadt stimmte allerdings in einem Entscheid für den Brückenbau und hält laut Umfragen den Titel mehrheitlich für entbehrlich.

Finanzielle Folgen

Die Aberkennung hat allerdings auch finanzielle Folgen: Dresden erhält kein Geld mehr aus einem 150 Millionen Euro- Förderprogramm für deutsche Welterbestätten. Weitere wirtschaftliche Folgen dürften eintreten, falls infolge des UNESCO-Beschlusses weniger Touristen in die Stadt kommen. Die Region könne sich wieder um einen Welterbetitel bewerben, sagte der Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, Francesco Bandarin, in Sevilla. Ob und wie, das sei Deutschland überlassen. Dresden hatte das Gütesiegel 2004 für rund 18 Flusskilometer der Elbe erhalten. Zu sehen sind vom Fluss aus unter anderem die Semper-Oper, die Frauenkirche und der Zwinger. Auf diesen und anderen Gebäuden, auf Kunstsammlungen, Gärten- und Landschaftsgestaltungen, die meist ihre Wurzeln im 18. und 19. Jahrhundert haben, beruhte der Titel Weltkulturerbe.

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