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Leichtathletik-Weltklasse in Zürich

Das Golden-League-Meeting Weltklasse Zürich wird seinem Namen am Freitagabend erneut mehr als gerecht. In 15 von 16 Hauptdisziplinen figurieren die Weltmeister von Berlin auf der Startliste.

von Sascha Fey / Quelle: Si / Donnerstag, 27. August 2009 / 09:03 h

Zudem sind in 12 Wettkämpfen die Olympiasieger gemeldet sowie 13 Jahresbeste. Gibt es keine kurzfristigen Absagen, nehmen in den sechs Hauptdisziplinen der Frauen sämtliche aktuellen WM-Medaillengewinner teil. Bei den Männern tritt nach derzeitigem Stand über 400 m, 110 m Hürden, 3000 m Steeple und über 4x100 m das komplette WM-Podest an. Der unbestrittene Star im ausverkauften Letzigrund ist Usain Bolt, der momentan in der Leichtathletik-Szene weit über den anderen thront. Der erst 23-jährige Jamaikaner stellte an der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen WM in Berlin sowohl über 100 (9,58) als auch über 200 m (19,19) einen Fabel-Weltrekord auf. Bolt traf am Montagabend in Zürich ein. Zuerst stand für ihn aber die Erholung von den WM-Strapazen im Vordergrund, weshalb er sich erst heute (Donnerstag) gegenüber den Medien äussert. Gefordert wird Bolt wohl in erster Linie vom jamaikanischen WM-Dritten Asafa Powell, der ihn im vorletzten Juli in Stockholm als Letzter über 100 m «richtig» zu bezwingen vermochte, und vom Olympia-Zweiten Richard Thompson aus Trinidad & Tobago. Nicht dabei ist der amerikanische WM-Silbermedaillengewinner Tyson Gay, mit dem sich die Organisatoren finanziell nicht einigen konnten.

Quartett noch im Jackpot-Rennen

Für Kerron Stewart (100 m), Sanya Richards (400 m), Jelena Isinbajewa (Stab) sowie Kenenisa Bekele (5000 m) geht es nach den Siegen in Berlin, Oslo, Rom und Paris in erster Linie darum, die Chance auf eine Partizipation am Jackpot von einer Million Dollar zu wahren. Am schwierigsten dürfte dies für die WM-Zweite Kerron Stewart werden. Die Jamaikanerin muss sich gegen ihre Landsfrau Shelly-Ann Fraser durchsetzen; Fraser gewann nach Olympia-Gold auch den WM-Titel und realisierte mit 10,73 eine Zeit, die bloss von Florence Griffith-Joyner und der des Dopings überführten Marion Jones übertroffen worden war. «Ich lief in Berlin eine persönliche Bestleistung, deshalb bin ich nicht enttäuscht über den 2. Rang», sagte Stewart. Zuversicht dürfte ihr geben, dass sie sich beim Golden-League-Meeting in Rom deutlich gegen Fraser durchgesetzt hatte. Die anderen drei Jackpot-Anwärter wissen, wie man in einer Saison alle Meetings der höchsten Stufe gewinnt. Bekele schaffte das im Jahr 2006, Richards und Isinbajewa 2007.



Der 100 Meter-Lauf mit Usain Bolt gilt als Höhepunkt. / Foto: EQ Images

Es wäre eine Überraschung, wenn einer aus diesem Trio scheitern würde. Isinbajewa reiste allerdings ohne WM-Medaille nach Zürich. Die 27-jährige Russin erlitt in Berlin nach einem Fehlversuch über 4,75 und zweien über 4,80 die erste Niederlage an einem Grossanlass seit 2003. Auch sonst ist Isinbajewa heuer alles andere als eine Überfliegerin. Bereits in London musste sie sich hinter der polnischen Weltmeisterin Anna Rogowska mit Platz 2 begnügen. Ihre beste Höhe in diesem Jahr beträgt 4,85, ein für sie bescheidener Wert. Zum Vergleich: Ihr Weltrekord liegt bei 5,05. Dennoch kann sich Isinbajewa nur selber schlagen. Das Gleiche gilt für Bekele und Richards. Der Äthiopier sicherte sich in Berlin -- wie bereits an den Olympischen Spielen in Peking -- Gold über 5000 und 10 000 m. «Ich bin immer noch in sehr guter Verfassung», so Bekele. Vielleicht versuche er den Weltrekord zu brechen. Richards wurde in der deutschen Hauptstadt ihrer Reputation endlich einmal an einem Grossanlass gerecht und holte erstmals WM-Gold über die Bahnrunde. Berlin sei für sie die Erfüllung eines Traumes gewesen, erklärte die Amerikanerin, die über 400 m so oft wie noch keine vor ihr unter 50 Sekunden geblieben war (38-mal).

Schweizer mit Nebenrollen

Nur Nebenrollen im Hauptprogramm spielen die Schweizer, die durch Nicole Büchler (Stab), Alexander Martinez (Drei) und die 4x100-m-Staffel der Männer vertreten sind. Büchler, die in Berlin den Final der besten zwölf knapp verpasste, ist die Verbesserung ihres Schweizer Rekordes von 4,50 m zuzutrauen. Auch die Männer-Staffel nimmt dieses Ziel ins Visier, nachdem es ihr heuer noch nicht wie gewünscht lief. Anders präsentiert sich die Ausgangslage von Martinez, der in dieser Saison mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

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