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Strafbefehl gegen Pius-Bischof Williamson beantragt

Regensburg - Nach langwierigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft im deutschen Regensburg Strafbefehl gegen den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson von der umstrittenen Piusbruderschaft beantragt.

sl / Quelle: sda / Donnerstag, 15. Oktober 2009 / 17:14 h

Der Antrag wegen Volksverhetzung müsse nun von einem Richter geprüft werden, bestätigte der Regensburger Amtsgerichtspräsident Johann Plöd am Donnerstag einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Über die von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafhöhe machte Plöd keine konkreten Angaben. «Es geht in Richtung Geldstrafe.» Der britische Bischof hatte vor knapp einem Jahr im Pius-Priesterseminar im bayerischen Zaitzkofen den Massenmord an den Juden während der Hitler-Diktatur stark relativiert. In einem Fernsehinterview mit einem schwedischen Reporter hatte der 69-Jährige die systematische Ermordung von Menschen in den Gaskammern bestritten.

Journalist wollte nicht aussagen

Wegen der Zuständigkeit für Zaitzkofen hatte die Regensburger Staatsanwaltschaft bereits im Januar die Ermittlungen aufgenommen. Die Untersuchung des Falls stockte allerdings monatelang, weil die schwedischen Behörden nach einem Rechtshilfeersuchen aus Deutschland den Journalisten nicht wie gewünscht als Zeugen vernehmen konnten. Die Regensburger Ermittler bekamen erst kürzlich ein Schreiben von dem Chef des Fernsehjournalisten, in dem offene Fragen beantwortet wurden.



Leugnete die systematische Ermordung von Menschen in den Gaskammern: Bischof Richard Williamson. /

Laut der «Süddeutschen» gab das schwedische Fernsehunternehmen in dem Brief an, dass es keine Absprache mit Williamson gegeben habe, das Interview nur in Schweden auszustrahlen. Dies hatte der Bischof in dem Ermittlungsverfahren behauptet. Die Leugnung des Holocaust ist in verschiedenen anderen Ländern im Unterschied zur Bundesrepublik nicht strafbar. Die Holocaust-Leugnung Williamsons hatte zum Jahresanfang weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Interview war etwa zu dem Zeitpunkt veröffentlicht worden, als Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von vier Bischöfen der Traditionalisten-Bruderschaft, darunter Williamson, ausgesetzt hatte.

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