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Google will das Internet schneller machen

Mountain View - Google hat am Donnerstagabend, dem 12. November, das Projekt SPDY - ausgesprochen «SPeeDY» - vorgestellt. Wie die Abkürzung schon verrät, geht es dem Internetkonzern wieder ein Mal um Geschwindigkeit.

tri / Quelle: pte / Samstag, 14. November 2009 / 10:59 h

Insbesondere handelt es sich bei SPDY um ein neues Datenübertragungsprotokoll, das dem klassischen HTTP auf die Sprünge helfen soll. In Aussicht steht damit laut Google-Blog ein doppelt so schnelles Web. Im Wesentlichen besteht Googles Ansatz darin, mit SPDY für geringere Latenzzeiten zu sorgen. Dazu soll das Protokoll insbesondere in Bereichen Verbesserungen bringen, in denen das etwas in die Tage gekommene HTTP nicht mehr recht mit den Anforderungen des modernen Webs mithalten kann.

HTTP elegant, doch nicht ganz zeitgemäss HTTP ist aktuell der Standard dafür, wie Browser und Server miteinander kommunizieren. Die Google-Softwareentwickler Mike Belshe und Roberto Peon bezeichnen HTTP als «elegant einfaches» Protokoll und betonen seinen Wert fürs Web. Allerdings hat das vor 20 Jahren von Webpionier Tim Berners-Lee erdachte Protokoll nach Ansicht von Google performancemässig die besten Tage hinter sich. Denn moderne Webseiten stellen dem Unternehmen zufolge Anforderungen, mit denen vor zehn Jahren noch nicht zu rechnen war. Schwächen beheben SPDY ist nun dazu gedacht, das alte Protokoll zu ergänzen und seine Schwächen zu beheben. Beispielsweise ist über eine TCP-Verbindung eine unbegrenzte Zahl an Anfragen des Browsers an Server vorgesehen statt nur einer.



HTTP Beine machen: Das Protokoll SPDY von Google verspricht ein doppelt so schnelles Web. /

Header-Informationen werden im Gegensatz zu bisher stets komprimiert übertragen. Ausserdem spielen Server eine aktivere Rolle als bei HTTP. Wenn zur Darstellung einer Seite bestimmte Ressourcen nötig sind, soll der Server bei SPDY diese auch ohne vorherige Anfrage an den Client pushen können oder zumindest den Vorschlag machen, diese bevorzugt zu verlangen.

Sicherheit geht vor Obwohl der Schwerpunkt bei SPDY auf mehr Geschwindigkeit liegt, nimmt Google in einem Punkt freiwillig doch eine leichte Erhöhung der Latenzzeit in Kauf. Denn alle Verbindungen sollen beim neuen Protokoll standardmässig mit SSL verschlüsselt werden. «Wir glauben, dass die langfristige Zukunft des Webs von einer sicheren Netzwerkverbindung abhängt», begründet Google diese Entscheidung.

Vielversprechende Tests Google hat zu Testzwecken bereits einen prototypischen SPDY-Webserver und eine SPDY-fähige Variante des Browsers Chrome entwickelt. Erste Laborversuche seien vielversprechend verlaufen. Mit simulierten Heimnetzwerkverbindungen konnten 25 der beliebtesten Webseiten über SSL-Verbindungen um bis 55 Prozent schneller geladen werden, so Google. Noch sei aber viel Arbeit nötig, um SPDY auch unter realen Bedingungen zu testen. Mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gegangen ist man Belshe und Peon zufolge nun, da man sich an einem Punkt befände, an dem das kleine Google-interne Entwicklerteam von der aktiven Beteiligung und dem Feedback der grösseren Web-Community profitieren könne.


Links zum Artikel:

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