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Behinderte werden weniger benachteiligt

Bern - Behinderte haben heute leichter Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden als vor fünf Jahren. Neben architektonischen Barrieren müssten auch soziale vermehrt abgebaut werden, betonte Bundesrat Didier Burkhalter bei der Präsentation eines Gleichstellungsberichtes.

fkl / Quelle: sda / Donnerstag, 3. Dezember 2009 / 14:24 h

Der Zugang zur Gesellschaft sei etwa für Rollstuhlfahrer manchmal viel schwieriger, als bloss einige Treppen in einem Museum zu überwinden, sagte Burkhalter vor den Medien in Bern. Deshalb müsse dafür gesorgt werden, die Veränderungen auch in den Köpfen der Bevölkerung herbeizuführen. Das Behindertengleichstellungsgesetz sei erst vor fünf Jahren in Kraft getreten, was zu kurz sei, um eine Bilanz zu ziehen. Dennoch liessen sich Tendenzen festhalten, sagte Burkhalter. So seien beispielsweise beim öffentlichen Verkehr beträchtliche Fortschritte erzielt worden. Neunzig Prozent der Buslinien und mehr als die Hälfte der Regionalzüge seien rollstuhlgängig. Zudem könnten Behinderte «ohne grosse Schwierigkeiten» auf Internetseiten des Bundes zugreifen, und die SRG baue den Anteil an Sendungen mit Untertitel auf ein Drittel aus. Dennoch hätten Behinderte immer wieder Hürden zu überwinden.



Didier Burkhalter wünscht sich eine Veränderung in den Köpfen. /

Nicht erfinden, nur anwenden

Beispielsweise ist es für sie laut Burkhalter schwierig, eine Arbeitsstelle zu finden. Weniger als zwei Drittel der Behinderten seien berufstätig, wogegen bei den Nicht-Behinderten 80 Prozent arbeiteten. Es liege an den Arbeitgebern, die Situation zu verändern. Auch der Bund wolle sich bemühen, dazu einen Beitrag zu leisten. Viele geplante Massnahmen seien gut, häufig hapere es aber aus finanziellen oder personellen Gründen an deren Umsetzung, sagte Martin Haug, Beauftragter des Kantons Basel-Stadt für die Integration und Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung. «Dabei muss häufig nichts neu erfunden, sondern nur angewendet werden», führte Haug aus. Dies betonte auch Daniel Hadorn, Mitglied des Gleichstellungsrats Egalité Handicap. Er äusserte sich in Gebärdensprache, die übersetzt wurde. Es gebe viele gute Vorschriften auf Bundesebene, kantonal würden jedoch oft strengere Richtlininen angewandt, was die Umsetzung erschwere.

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