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Bischof Huonder will keine «Narrenmessen» mehr

Bern - Der Churer Bischof Vitus Huonder möchte, dass in seinem Bistum künftig keine «Narrenmessen» mehr gefeiert werden. Bei solchen Messen in der Fasnachtszeit werden unter anderem Guggenmusiken in die Kirche eingeladen, um im Gottesdienst mitzuwirken.

zel / Quelle: sda / Sonntag, 7. Februar 2010 / 17:22 h

Viele Gläubige könnten sich mit der sogenannten Narrenmesse nicht anfreunden, sagte Christoph Casetti, Sprecher des Bistums Chur, zu einem Bericht des «SonntagsBlicks» und der «Zentralschweiz am Sonntag». Der Gottesdienst solle aber die Einheit der Kirche zum Ausdruck bringen und nicht polarisieren.

St.Martinskirche Schwyz

In einem konkreten Fall hat Bischof Huonder den Pfarrer der St. Martinskirche in Schwyz gebeten, die geplante Narrenmesse am kommendem Sonntag fallen zu lassen, wie Casetti weiter sagte. Der Schwyzer Pfarrer Reto Müller widerspricht: «Mir ist Huonders Bitte als Befehl mitgeteilt worden.» Die Weisung laute, dass im Gottesdienst keine Fasnachtsgewänder und keine Guggenmusiken mehr zugelassen seien, sagte Müller gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.



In einem konkreten Fall hat Bischof Huonder den Pfarrer der St. Martinskirche in Schwyz gebeten, die geplante Narrenmesse am kommendem Sonntag fallen zu lassen. (Im Archivbild Guggenmusik aus Würenlingen) /

Müller vermutet einen gezielten Angriff der papsttreuen und konservativen Organistion «Pro Ecclesia». «Die haben mich schon lange im Visier», sagte Müller. In Schwyz selber habe sich niemand negativ über die Narrenmesse geäussert, die dieses Jahr zum zweiten Mal hätte stattfinden sollen.

Bistum Chur

Das Bistum Chur seinerseits will die Narrenmesse, wie sie in vielen katholischen Kirchgemeinden gefeiert wird, zum «allgemeinen Thema in den verschiedenen Gremien» machen. Der Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Walter Müller, sagte auf Anfrage, dass unter den Schweizer Bischöfen die Narrenmesse bis anhin noch keinen Anlass zur Diskussion gegeben habe.

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