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Alinghi segelt Oracle hinterher

BMW Oracle ist beim Auftakt zum 33. America's Cup in Valencia Titelverteidiger Alinghi regelrecht um die Ohren gesegelt.

Felix Steinbild/Tino Richter / Quelle: news.ch mit Agenturen / Freitag, 12. Februar 2010 / 12:39 h

Die Amerikaner erreichten das Ziel 15 Minuten vor den Schweizern und führen in der Best-of-Three-Serie mit 1:0. Nach dieser Macht-Demonstration könnte BMW Oracle mit einem weiteren Sieg am Sonntag den America's Cup gewinnen. Die zweite Regatta sieht einen Kurs von knapp 74 km in Form eines gleichschenkligen Dreiecks vor.

Oracle-Wind

Das amerikanische Syndikat blieb zwar in der Vorstart-Phase praktisch stehen und musste Titelverteidiger Alinghi mit knapp anderthalb Minuten Vorsprung davonziehen lassen. Die Winde vor Valencia bliesen danach aber für den Herausforderer: innerhalb einer Viertelstunde hatten sie die Schweizer eingeholt. Mit dem eher stärker werdenden Wind wurde Oracles Flügelmast zum grossen Vorteil: mit wenigen Ausnahmen war BMW Oracle meistens drei bis fünf Knoten schneller als «Alinghi 5.»

Der australische Skipper und Steuermann James Spithill steuerte den gigantischen Trimaran wie auf Schienen über das Mittelmeer. Nach 37 km gegen den Wind betrug BMW Oracles Vorsprung auf Alinghi bei der Wende-Boje schon eindrückliche 3:21 Minuten oder 1,6 Kilometer. Nach einer Renndauer von zweieinhalb Stunden überquerte BMW Oracle die imaginäre Ziellinie deutlich vor dem Katamaran von Alinghi.

Strafe wegen Behinderung

Mit Ausnahme des geglückten Starts lief am Freitag vieles gegen Alinghi. Bereits in der Vorstart-Phase kassierte Alinghi mit Ernesto Bertarelli am Steuer eine Strafe, weil es den Gegner behindert hatte. Der sofortige Protest von BMW Oracle wurde von der Jury gutgeheissen und verdammte die Schweizer zu einer Zusatzschlaufe, die sie aufgrund der klaren Niederlage erst auf der Ziellinie absolvierten. Weil dieses Manöver offenbar nicht sauber gefahren worden war, mussten die Schweizer zu allem Übel den Kreis noch einmal segeln, was letztlich zu einem Rückstand von 15:28 Minuten führte.

Das Rennen im Detail:

14.35 Uhr: Der Wind bläst mit knapp sechs Knoten, doch der richtige Wind aus Süden fehlt. Um Punkt 14.35 Uhr ist der Startschuss zum 33. America's Cup erfolgt. Und schon hat Alinghi eine erste Strafe erhalten und muss nun kurz vor dem Ziel einen Vollkreis segeln. Nicht einfach, mit einem Katamaran dieser Grösse. Alinghi hat bei einem Wendemanöver einen möglichen Crash nicht genügend zu verhindern versucht und wird wohl deshalb bestraft.

15.00 Uhr: Nach einem schlechten Start von Oracle hat das BMW-Team 400 Meter Rückstand aufgeholt.



BMW Oracle war heute mit Abstand das bessere Boot. (Archivbild) /



Die Alinghi 5 wurde heute klar geschlagen. /



Langes Warten auf den richtigen Wind: Alinghi. /

Der von Experten vorhergesagte Vorteil bei grösserem Wind für Oracle ist definitiv nicht zu übersehen. Doch auch bei geringerem Wind scheint Alinghi im Nachteil zu sein.

16.00 Uhr: Um 16.04 Uhr erreicht Oracle die Wendeboje. Ein schönes Manöver. Jetzt geht's wieder 20 Seemeilen zurück. Es sieht nicht gut aus für Alinghi. Gegen 16.07 Uhr hat Alinghi gewendet. Das Manöver war gut, doch der Rückstand beträgt fast 1600 Meter. Damit dürfte Alinghi heute das Rennen verlieren.

16.20 Uhr: Oracle ist nur noch mit dem Fernrohr zu kriegen. Der Rückstand von Alinghi ist auf 2800 Meter angewachsen. Dabei muss das Schweizer Team noch einen Strafkreis segeln.

16.30 Uhr: Es bleibt nur noch, die Abstände zu protokollieren: 3100 Meter zwischen Oracle und Alinghi. Das gab's in der 159-jährigen Geschichte des America's Cups noch nie. Und Oracle segelt sehr gut. Bis auf den Start kann man dem Team aus den USA keine Fehler nachsagen.

16.35 Uhr: 22 Knoten bei Alinghi, 26-27 Knoten bei Oracle. So siehts aus. Ist die Entscheidung bereits gefallen? Kann Alinghi mit mehr Segelfläche schneller werden? Ist der Katamaran zu leicht und braucht mehr Wasserballast? Das Team um Ernesto Bertarelli wird sich sicher etwas überlegen.

16.45 Uhr: Hektische Steuerbewegungen bei Alinghi zeigen, dass das Boot nicht optimal im Wasser liegt. Oracle zieht weiter davon, der Abstand beträgt weiterhin über 3 Kilometer.

16.55 Uhr: Die Ziellinie ist in Sicht und die Demonstration von Oracle ist deutlich. Alinghi scheint unter diesen Bedingungen nicht konkurrenzfähig zu sein.

 


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