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Massiver Stellenabbau bei Clariant - DemonstrationenMuttenz BL - Der krisengeschüttelte Spezialchemiekonzern Clariant kommt nicht vom Fleck: Nach einem happigen Verlust im vergangenen Jahr streicht das Baselbieter Unternehmen weitere 500 Stellen, davon 400 in der Schweiz.fkl / Quelle: news.ch mit Agenturen / Dienstag, 16. Februar 2010 / 11:44 h
Clariant verlagert die Produktion von Farbstoffen und Chemikalien für die Textilindustrie (Textile Dyes und Textile Chemicals) von Muttenz BL nach Asien, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Herstellung von Chemikalien für die Papierindustrie (Paper Chemicals) wird nach Prat in Spanien verlegt.
Die Produktion von Textilchemikalien im brasilianischen Resede wird teilweise geschlossen. Der Standort im indischen Thane wird ganz aufgegeben. Die Schliessungen und Verlagerungen erfolgen gemäss der Mitteilung in den Jahren 2011 bis 2013. 400 Stellen sollen in der Schweiz gestrichen werden.
Schockierte Angestellte
Für die Clariant-Angestellten war es eine grosse Erschütterung vom Stellenabbau zu erfahren. In einer Mitteilung forderten sie das Management auf, «alles Erdenkliche zu tun», um Entlassungen zu vermeiden. Durch den neusten Stellenabbau sieht die Angestelltenvereinigung von Clariant (AVCS) die Schweiz als Chemie-Standort bedroht.
Demonstranten versperrten Zugang zur Börse «20 Minuten Online» berichtet, dass etwa 40 linke Aktivisten den Zugang zur Börse während einer halben Stunde blockierten, Fahnen aufhängten, Parolen gegen Clariant Konzernchef Hariolf Kottmann riefen und die Börse mit Eier bewarfen. Der Börsenhandel wurde nicht beeinträchtigt. Sie liessen nur noch Personen in das Gebäude, die eine Berechtigung vorzuweisen hatten.Die Demonstration hatte der „Revolutionäre-Aufbau Zürich“ vor der Börse in die Wege geleitet. Mit der Blockade des Gebäudes hatte die Gewerkschaft Unia nichts zu tun, erklärte deren Vertreter. Weltweit über 3200 Stellen gestrichen Clariant restrukturiert bereits seit Jahren. 2009 wurden in mehreren Wellen weltweit über 3200 Stellen gestrichen, davon rund 200 in der Schweiz. Betroffen waren hierzulande bislang vor allem Marketing und Verwaltung. Ende 2009 zählte der Konzern weltweit noch gut 17'500 Beschäftigte. Der Baselbieter Spezialchemie-Konzern Clariant will weitere Stellen abbauen. /
![]() Ein Jahr zuvor waren es 20'100 gewesen. Clariant fuhr im vergangenen Jahr einen Verlust von 194 Mio. Fr. ein. Bereits 2008 hatte Clariant einen Verlust von 37 Mio. Fr. verbucht. Schuld an den tiefroten Zahlen waren Sonderkosten im Zusammenhang mit der Schliessung von Werken. Clariant leidet schwer unter der Wirtschaftskrise Clariant leidet aber auch schwer unter der Wirtschaftskrise, insbesondere auf den wichtigen Abnehmermärkten wie der Textil- und Auto-Industrie. Die Auftragslage ist schwach, weshalb die Kapazitäten nicht augelastet sind. Ausserdem belasteten gestiegene Rohstoffkosten sowie Abschreiber auf Lagerbeständen die Bilanz. Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 6,614 Mrd. Franken. In Lokalwährungen belief sich das Minus auf 14 Prozent. Finanzanalysten hatten im Schnitt einen Verlust von 204 Mio. Fr. und einen Umsatz von 6,620 Mrd. Fr. erwartet (AWP-Konsens). Auf die Ausschüttung einer Dividende für das vergangene Geschäftsjahr soll - wie schon im Jahr davor - verzichtet werden.
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