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Neue Tsunami-Warnung löst Panik in Chile aus

Santiago de Chile/Concepción/New York - Vier Tage nach dem schweren Erdbeben in Chile hat eine erneute Tsunami-Warnung die Menschen abermals in Panik versetzt. Nach zwei heftigen Nachbeben der Stärke 5,9 und 6,0 schlugen die Behörden in den Küstenstädten Concepción und Constitución Alarm.

zel / Quelle: sda / Mittwoch, 3. März 2010 / 23:23 h

Sie riefen die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen, hoben die Warnung aber wenig später wieder auf. Die Lage in den vom Beben betroffenen Gebieten blieb trotz anlaufender Hilfe gespannt. In Concepción und Constitución rannten hunderte von Menschen nach der erneuten Tsunami-Warnung in Richtung der höher gelegenen Stadtgebiete. Sirenen ertönten, um die Bewohner vor der heranrollenden Gefahr zu warnen.

Nach Aufhebung der Warnung

Soldaten forderten die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und wiesen den Weg in sichere Höhen. Selbst als die Warnung bereits wieder aufgehoben war, staute sich stadtauswärts immer noch der Verkehr. Um Plünderungen zu verhindern, galt in der vom Beben am Samstag besonders betroffenen zweitgrössten chilenischen Stadt Concepción eine 18-stündige Ausgangsperre. Das Militär postierte gepanzerte Fahrzeuge an strategisch wichtigen Stellen. In der Nacht wurden erneut 35 Plünderer festgenommen.



Selbst als die Tsunami-Warnung bereits wieder aufgehoben war, staute sich stadtauswärts immer noch der Verkehr. (Symbolbild) /

In der Nacht zuvor waren es noch 160 gewesen. Ausgangssperren bis in die Mittagsstunden galten auch in anderen vom Erdbeben der Stärke 8,8 schwer zerstörten Ortschaften südlich der Hauptstadt Santiago. Präsidentin Michèle Bachelet, die eine Verdoppelung des Militärs in den Erdbebengebieten auf 14'000 Soldaten angeordnet und zu Ruhe und Ordnung aufgerufen hatte, verteidigte ihr Krisenmanagement.

Riesenwellen vom Samstag

Die von dem Beben ausgelösten Riesenwellen überschwemmten am Samstag nach Angaben von Hilfskräften einen 200 Kilometer langen Küstenstreifen. Teilweise wurden die Fluten zwei Kilometer landeinwärts gespült. In Küstendörfern und Badeorten wie Pulluhue, Cobquecura, Dichato und Constitución hatten die Flutwellen zahlreiche Häuser mitgerissen. Viele Menschen gelten weiter als vermisst. Vorläufigen amtlichen Angaben zufolge kamen durch die Naturkatastrophe rund 800 Menschen uns Leben. Die Behörden rechneten aber mit einem deutlichen Anstieg der Opferzahlen.

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