Die Sonderberichterstatterin für das Recht auf Wohnen erinnerte vor dem Menschenrechtsrat darin, dass Grossereignisse wie Olympische Spiele und Fussball-Weltmeisterschaften regelmässig Spekulanten auf den Plan riefen und zu Vertreibungen von Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung führten.
Eine Fussball-WM könnte laut Rolnik aber auch eine Chance sein, das Recht auf Wohnraum auf eine verlässliche und nachhaltige Grundlage zu stellen. Die UNO habe gehofft, mit der FIFA einen Partner für dieses Anliegen zu gewinnen.
UNO-Sonderberichterstatterin Raquel Rolnik kritisiert die Wohnungsspekulationen im Zuge der WM. /


Doch leider sei man beim Verband mit der Bitte um einen Dialog abgeblitzt.
Fehlende Transparenz
Mehr Gesprächsbereitschaft zeigte laut Kolnik das Internationale Olympische Komitee (IOK), das sich einverstanden erklärte, von Olympia-Bewerbern künftig Angaben zum Schutz des Wohnraums zu verlangen.
Der FIFA fehle es hingegen an Transparenz. Die Kriterien, die ein Bewerber erfüllen müsse, seien völlig unklar.
20'000 Umsiedlungen erwartet
In ihrem Bericht kritisierte Rolnik insbesondere, dass wegen der WM mehr als 20'000 Bewohner aus dem Township von Joe Slovo umgesiedelt würden. Südafrika versprach vor dem Menschenrechtsrat, die Mittel für die Bereitstellung von Wohnraum zu verdoppeln.
Rolnik zeigte sich beunruhigt über die regelmässigen Zwangumsiedlungen und die Kriminalisierung von Obdachlosen im Umfeld von Mega-Events. Alarmierend seien zudem die indirekten Folgen solcher Grossereignisse, indem zum Beispiel die Mieten und Hauspreise massiv anstiegen.