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Forscher entwickeln Roboter für die LeichenschauBern - Die Zukunft der Rechtsmedizin ist digital: Forscher der Universität Bern haben einen Roboter entwickelt, der Autopsien durchführt, ohne die Leiche aufzuschneiden. Das Speichern der Daten erlaubt es, Todesursachen noch Jahre später zu ergründen.ade / Quelle: sda / Mittwoch, 10. März 2010 / 11:29 h
Der forensische Hightech-Helfer heisse «Virtobot», teilte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) mit. Entwickelt wurde er im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Co-Me am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Bern. Er liefert den Gerichtsmedizinern ein hochpräzises, dreidimensionales Bild von Leichen.
«Virtobot» projiziert dazu Lichtstreifen auf die zu untersuchende Leiche. Die Konturen, die sich dabei abzeichnen, werden mit Hilfe einer digitalen Stereokamera erfasst. Zudem scannt der Roboter die Textur der Haut. Dann werden diese Oberflächenbilder mit dreidimensionalen Computertomografie-Daten des ganzen Körpers abgeglichen.
100 Autopsien mit «Virtobot» durchgeführt Der «Virtobot» sei etwa seit einem Jahr funktionsfähig, sagte Forschungsleiter Michael Thali vom Institut für Rechtsmedizin auf Anfrage.Der Roboter «Virtobot» dient als Hightech-Helfer bei Autopsien. /
![]() Bislang habe das Institut etwa 100 Autopsien auf diese Art durchgeführt. Die vom Roboter erhobenen Daten werden digital gespeichert und aufbewahrt. Das habe grosse Vorteile, sagte Thali. Es könne zum Beispiel sein, dass ein Untersuchungsrichter nachträglich wissen wolle, ob der Velohelm wirklich auf den Kopf eines Unfallopfers gepasst habe. Dann könnten einfach die Daten heruntergeladen und die nötigen Messungen vorgenommen werden. Todesursachen können so theoretisch noch Jahre später ergründet werden. Vor Gericht sind die digitalen Daten bereits als Beweis zugelassen - allerdings nur, wenn sie durch eine herkömmliche Obduktion überprüft und bestätigt worden sind. Eine vorgängig durchgeführte Autopsie mittels «Virtobot» erleichtere aber auch die normale Obduktion, sagte Thali.
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