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Kontroverse um angebliche Wahlfälschung im Irak

Bagdad - Nach der Parlamentswahl im Irak mehren sich die Spekulationen über angebliche Wahlfälschungen. Sowohl irakische Politiker als auch der Gesandte des Europaparlaments warfen der Wahlkommission Tricksereien vor.

fest / Quelle: sda / Freitag, 12. März 2010 / 11:54 h

Hochrangige Mitglieder der Kommission hätten in Bagdad absichtlich falsche Zahlen in die zentrale Wahldatenbank eingegeben, sagte der schottische Konservative Struan Stevenson am Donnerstagabend. Er ist der Delegationschef des EU-Parlaments für die Beziehungen zum Irak. Stevenson äusserte den Verdacht, die Wahlkommission wolle das Ergebnis zugunsten von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und zum Nachteil des säkularen Parteiführers Ijad Allawi manipulieren. Auch Allawis Wahlbündnis sprach am Freitag von «unverhohlenem Betrug» zugunsten von Malikis Rechtsstaatsallianz.

1100 Beschwerden

Zahlen seien «manipuliert und geändert» worden, um das Ergebnis zugunsten von Malikis Rechtsstaatsallianz zu beeinflussen, sagte die Kandidatin Intissar Allawi, eine Verwandte Allawis, die seinem schiitisch-sunnitischen Bündnis Irakija angehört.



Spekulationen zu Folge soll das Wahlergebnis zugunsten Nuri al-Maliki manipuliert worden sein. /

In der nordirakischen Provinz Kirkuk wurden demnach Stimmzettel zugunsten des Allawi-Bündnisses in Mülleimern gefunden.

Bei der Wahlkommission sind 1100 Beschwerden von Parteien und Wahlbeobachtern eingegangen, die Unregelmässigkeiten bei der Wahl oder während der Stimmenauszählung monieren.

Vorwürfe zurückgewiesen

Malikis Partei und die Wahlkommission wiesen die Vorwürfe zurück. «Ich bin erstaunt über diese Äusserungen. Vor allem, wo hier doch während des gesamten Auszählungsprozesses eine Menge internationale und lokale Beobachter anwesend sind», sagte der Sprecher der Wahlkommission, Kassim Abbudi.

Erste Teilergebnisse, die die Wahlkommission am Donnerstag veröffentlichte, deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Bündnissen von Maliki und Allawi hin. Beide konnten sich demnach in jeweils zwei Provinzen an die Spitze setzen.

 


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