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Schweden auf Versöhnungs-Kurs mit Türkei

Stockholm - Im Streit um die Völkermord-Resolution des schwedischen Parlaments zur Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich hat Regierungschef Fredrik Reinfeldt demonstrativ den Ausgleich mit Ankara gesucht.

zel / Quelle: sda / Sonntag, 14. März 2010 / 18:25 h

In einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan bedauerte Reinfeldt das Abstimmungsergebnis im Stockholmer Reichstag und distanzierte sich von der Entscheidung. Das sagte Reinfeldt der Nachrichtenagentur TT. Erdogan hatte zuvor einen für diese Woche geplanten Schweden-Besuch abgesagt und die Botschafterin seines Landes aus Stockholm bis auf weiteres abberufen lassen. Der Reichstag hatte den Massenmord an den Armeniern und anderen Gruppen während des zweiten Weltkriegs am Donnerstag mit einer Stimme Mehrheit als Völkermord eingestuft. Reinfeldt sagte, er habe seinem türkischen Kollegen erklärt, dass er die Reichstags-Entscheidung als «Politisierung der Geschichte» bedaure.



In einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan bedauerte Reinfeldt das Abstimmungsergebnis im Stockholmer Reichstag und distanzierte sich von der Entscheidung. (Archivbild) /

Schweden wolle sich weiter für die Aufnahme der Türkei in die EU einsetzen.

Schweden befürwortet türkischen Beitritt zur Union

Schweden gilt innerhalb der EU als uneingeschränkter Befürworter des in anderen Ländern heftig umstrittenen türkischen Beitritts zur Union. In dem skandinavischen Land leben auch fast 100'000 Assyrer, deren Vorfahren ebenfalls zu den Opfern der Massenmorde 1915 gehörten. Vor Schwedens Reichstag haben Parlamente in mehr als 20 Staaten die Morde als Völkermord eingestuft. Auch der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus bezeichnete Anfang März die Gräueltaten an Armeniern als Völkermord. Die Türkei lehnt die Übernahme der historischen Verantwortung für die Ermordung von mehr als einer Million Armeniern und Angehörigen anderer ethnischer Minderheiten 1915 ab.

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